Beauty-Retusche: Farbkorrekturen mit Gradient Maps

Gradient Maps – also Verlaufsumsetzungen – sind eine sehr wirksame Methode, um Farbunterschiede in den Hauttönen in den Griff zu bekommen. Häufig wird so eine Korrektur angewandt, um beispielsweise die »Farbflecken«, die beim Korrigieren mittels Dodge & Burn entstehen, zu entfernen. Aber auch die ganz natürlichen Unregelmäßigkeiten der Haut lassen sich mit dieser Technik sauber korrigieren.

Wie am Namen der Technik schon zu erkennen, basiert das Prinzip auf der Nutzung einer Verlaufsumsetzungsebene. Mit so einer Ebene werden die Farben des vom Nutzer definierten Verlaufs den entsprechenden Tonwertstufen eines Bildes zugeordnet. Das klingt kompliziert, ist aber ganz simpel:

Verlaufsumsetzung


Das Prinzip basiert also auf der Idee, die Hautfarben mittels der Farben eines Verlaufs wiederzugeben. Dadurch dass der Verlauf aber nur ein definiertes Set an Farben zur Verfügung hat, werden sämtliche Farbunreinheiten ausgebügelt. Im folgenden Beispiel kann man sehen, dass durch die Verlaufsumsetzung, der Rotstich an der Wange und den Nasenflügeln entfernt wurde.

vergleich-haut


Das »Retouching Toolkit« von Conny Wallström bietet mit dem »Gradient Map Maker« ein praktisches Werkzeug, um halb-automatisch solche Verlaufsumsetzungen zu generieren. Man kann diese Gradient Maps aber ebenso gut selbst erstellen:

Gradient Maps erstellen
1. Zunächst muss man die Farben für den Verlauf definieren. Dazu wählt man mit dem Farbaufnahmewerkzeug jeweils einen neutralen Farbton in den hellen, mittleren und dunklen Tönen der Haut. (Je nach Motiv können auch mehr als 3 Farbtöne notwendig sein.) Sinnvoll ist es, sich diese Farben als HSB-Werte zu notieren.

2. Nun erstellt man die Verlaufsumsetzung-Ebene.

Bildschirmfoto 2017-07-07 um 11.51.52


3. In den Eigenschaften der Verlaufsumsetzung definiert man nun den Verlauf anhand der notierten Farbwerte. Da Photoshop standardmäßig den linken Teil des Verlaufs den Tiefen und den rechten Teil den Lichtern zuordnet, bietet es sich an, auch nach dieser Regel zu arbeiten. Da wir vorher die HSB-Werte notiert haben, können wir damit jedoch nicht nur die Farbe definieren, sondern auch den Brightness-Wert auslesen. Dieser ist wichtig, da er bestimmt auf welcher Position der Verlaufsmarker gesetzt werden sollte. Lautet der B-Wert z.B. 29, muss auch der Marker auf die Position 29 %.

Bildschirmfoto 2017-11-12 um 15.01.33

4. Damit später die Tiefen und Lichter keinen Farbstich bekommen, sollte der Farbverlauf auf beiden Seiten noch transparent auslaufen.

Bildschirmfoto 2017-07-07 um 12.04.05

5. Zuletzt kann man, bei Bedarf, noch die Deckkraft der Ebene anpassen. Ich bewege mich da meist zwischen 60 und 80 %. Wer sicherstellen will, dass diese Korrektur nur die Farben und nicht die Luminanz eines Bildes ändert, kann die Ebene auf die Füllmethode »Farbe« stellen.

6. Die Verlaufsumsetzung ist somit fertig. Im Anschluss muss sie nur noch in das Bild einmaskiert werden.

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Pantone: Allgemeines – Teil 2

Ich habe vor ein paar Jahren schon einmal Infos rund um das Thema Pantone zusammengetragen. Ziel war es damals, diverse Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Da das Thema aber nach wie vor Spielraum für Verwirrung bietet, möchte ich hier noch ein paar Infos nachlegen:

1. Metallics vs. Premium Metallics
Der Unterschied zwischen den beiden Metallic-Farbsystemen liegt in deren Beschaffenheit selbst. Bei den Premium-Metallic-Farben wird ein sogenanntes »none leafing« Silber eingesetzt. Bei so einem Silber schwimmen die kleinen Metallic-Partikel nicht bloß an der Oberfläche des Farbfilms, sondern tiefer und gleichmäßiger verteilt. Das sorgt für ein gleichmäßigeres Ergebnis und eine größere Brillanz. Und nebenbei hat es auch den Vorteil, dass die Premium Metallics ihren Glanz nach der Veredelung durch einen Lack oder eine Cellophanierung nicht so stark verlieren wie die normalen Metallic-Farben.

2. Pantone Transparent White vs. Pantone Extender
Das Pantone Transparent White ist im Prinzip nichts anderes als eine normale Pantone-Farbe, jedoch ohne dem eigentlichen Farbmittel. Es enthält also dieselben Bindemittel, Lösemittel etc. jedoch keine Farbpigmente. Es wird vor allem in den Formula Guides benutzt und sorgt im Wesentlichen dafür, dass die Farbe gestreckt wird (weniger Farbpigmente auf gleicher Fläche). Der Pantone-Extender ist eigentlich auch nichts anderes, enthält aber laut Pantone Komponenten, die ein Vergilben verhindern. Der Pantone-Extender wird in den Pastell Guides benutzt, um die Stärke der Pastellfarben zu reduzieren.

3. Stärke (Solidity) von Pantone-Farben in Photoshop
Photoshop bietet die Möglichkeit, die Opazität eines Volltonkanals einzustellen:

solidity
Hier »Stärke« und im Englischen »Solidity« genannt.

Diese Einstellung hat zwar lediglich auf die Darstellung am Monitor Einfluss, sorgt aber selbstverständlich dafür, dass das später gedruckte Endergebnis schon vorab realistisch abgebildet wird. Denn während Prozessfarben durchwegs lasierend sind, sind Volltonfarben das in unterschiedlichen Ausprägungen. Das Problem ist nur, dass weder Pantone noch Adobe Angaben dazu machen, welche Einstellung für welche Farbe passend ist. Man kann sich jedoch grob an folgende Richtlinien halten:

  • 0% für Prozessfarben
  • 5 bis 30% für Volltonfarben mit Extender
  • 80 bis 100% für weißen Unterdruck und opake oder Metallic-Farben

4. Verbindlichkeit
Schon im ersten Teil dieses Artikels habe ich geschrieben, dass Pantone-Farben nicht den Anspruch auf eine immer und überall verbindliche Farbreferenz erheben. Dennoch denken viele Designer und Berater, dass Pantone-Farben eben genau das tun: immer und überall gleich aussehen. Welchen starken Toleranzen das System jedoch ausgesetzt ist, sieht man schon, wenn man verschiedene Fächer miteinander vergleicht. Hier ein Beispiel:

pantone-difference

Der Farbunterschied der beiden Fächer, also das Delta E beträgt 4,2. Wikipedia interpretiert diese Zahl sehr treffend als »wesentlicher Farbunterschied, der selten toleriert wird«.

Daher bei der Anwendung von Pantone-Farben darauf achten, dass es sich hierbei um eine Kommunikationgrundlage für Farben handelt, jedoch nicht um ein Tool, welches immer und überall die selben Farben erzeugt.

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Füllmethoden als Gradationskurven ausdrücken

Einleitung
Füllmethoden verrechnen die Pixel zweier Ebenen miteinander. Verrechnet man zwei idente Ebenen miteinander, kann man mit den Füllmethoden auch einfache Korrekturen vornehmen: Steht das Duplikat beispielsweise auf Multiplizieren, wird das Gesamtresultat dunkler. Verwendet man die Füllmethode Weiches Licht wird das Bild kontrastreicher. Und so weiter. Somit liegt der Gedanke nahe, dass man diese Ergebnisse wiederum als Gradationskurven ausdrücken kann.

Wie diese Technik funktioniert, hat ursprünglich Martin Evening in seinem Artikel »How to express blend modes as curves« beschrieben. Da der Artikel nicht mehr online ist, fasse ich ihn hier nochmal zusammen.

Vorgehensweise
1. Zunächst braucht man ein Dokument, welches exakt 256 Pixel breit und 1 Pixel hoch ist und einen Verlauf von Schwarz nach Weiß beinhaltet. Dabei muss jedes Pixel genau einen Wert von 0 bis 255 enthalten. Wie so oft in Photoshop führen viele Wege ans Ziel. Doch so einen »sauberen Verlauf« zu erstellen, ist gar nicht so einfach. Daher bedienen wir uns hier am Photoshop-Raw-Format und an einem kleinen Trick: Man öffnet dazu den Gradationskurven-Dialog und stellt dabei auf den Bleistift um (siehe Screenshot). Ohne die Gradationskurve zu verändern, muss die Kurvenvorgabe nun als Amp-Datei gespeichert werden.

amp-speichern
2. Die so entstandene »Arbitrary-Map« muss man manuell in ein Photoshop-Raw-Dokument umwandeln. Dazu reicht es, die Dateiendung auf »raw« zu setzen. Anschließend öffnet man diese Datei wieder mit Photoshop.

datei-raw

3. Nun öffnet sich das Photoshop-Raw-Optionen-Fenster. (Wer damit nicht vertraut ist, kann hier mehr darüber erfahren.) Wie im Punkt 1 schon erwähnt, muss das Bild 256 Pixel breit und 1 Pixel hoch sein. Die Anzahl der Kanäle lautet 1 (= Graustufen) und die Farbtiefe beträgt 8 Bit. Die Headergröße beträgt 0 KB.

Das hiermit entstandene Dokument besteht nun aus einem »sauberen« Verlauf von Schwarz nach Weiß (siehe Histogramm). Wer will, kann so eine vorbereitete Raw-Datei im Download-Bereich herunterladen.

histogramm-verlauf

4. Nun folgt der wichtigste Teil. Jetzt wird nämlich entschieden, welche Füllmethode schließlich als Gradationskurve ausgedrückt wird. Die Vorgehensweise ist einfach: Man muss lediglich eine Einstellungsebene erstellen (egal welche) und diese auf die gewünschte Füllmethode stellen, beispielsweise »Multiplizieren«. Die Änderungen, die durch die Füllmethode entstehen, spiegeln sich nun in der Tonwertverteilung des Verlaufs wider. Und dieser Verlauf lässt sich problemlos wieder in eine Kurve konvertieren. Eins muss man aber beachten: Nicht jede Füllmethode lässt sich hiermit in eine Kurve verwandeln. Mit den folgenden ist es möglich:

Ausschluss, Dividieren, Farbig nachbelichten, Farbig abwedeln, Ineinanderkopieren, Hart mischen, Linear abwedeln, Lineares Licht, Linear nachbelichten, Multiplizieren, Negativ Multiplizieren, Strahlendes Licht, Weiches Licht.

5. Zuletzt muss man das Dokument speichern und wieder in eine Amp-Datei umwandeln.

6. Die so entstandene Kurvenvorgabe bzw. deren Ergebnis entspricht nun (wie im folgenden Beispiel zu sehen) exakt der in Schritt 4 definierten Füllmethode.

beispiel-multiplizieren

Genauigkeit der Technik
Bei 8-Bit-Bildern ist das Ergebnis gegenüber der echten Füllmethoden nicht nur optisch ident, sondern auch mathematisch. Bei 16-Bit-Bildern ist dies etwas anders. Optisch kann man zwar auch bei 16-Bit-Bildern keinen Unterschied erkennen, wer jedoch nachmisst, wird sehen, dass die Farbwerte eventuell nicht exakt gleich sind. Der Grund dafür ist, dass diese Amp-Dateien, also die Arbitrary-Maps ausschließlich mit 8-Bit Genauigkeit vorliegen. Werden diese Kurvenvorgaben nun in einem 16-Bit-Dokument verwendet, muss die Kurve interpoliert werden. Und genau hier entstehen kleine Fehler, die bei der echten Füllmethode nicht entstehen, da diese sehr wohl mit 16-Bit Genauigkeit berechnet wird.

Fazit
Ich muss gestehen: In der Praxis hat diese Technik nur wenig Relevanz. Aber sie zeigt sehr schön, wie Photoshop funktioniert und was Füllmethoden eigentlich machen, ohne dass man deren zugrundeliegenden Formeln studieren muss. Es lohnt sich also, damit zu experimentieren.


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Anatomie einer IDML-Datei

Aus rein technischer Sicht handelt es sich bei einer IDML-Datei (InDesign Markup Language) lediglich um ein komprimiertes Archiv mehrerer XML-Dateien, die zusammen die Struktur und den Inhalt eines InDesign-Dokuments beschreiben. Als Anwender kann man sich diesen Umstand zu nutze machen, da man eine IDML-Datei sozusagen in ihre Einzelteile zerlegen kann. Die einzelnen Dateien können später aber auch wieder in eine IDML-Datei zusammengefügt werden. Hilfreich ist diese Tatsache beispielsweise bei fehlerhaften Dokumenten. Denn über diesen Umweg, kann man Änderungen sozusagen direkt »am Code« des Dokuments vornehmen, ohne das man InDesign dazu benötigt.

Ein praktisches Beispiel sind Farben, die sich in InDesign nicht löschen lassen. Über die XML-Datei können diese problemlos entfernt werden.

Dieser Artikel soll dabei helfen, den grundlegenden Aufbau solch einer IDML-Datei zu verstehen.

Wie kommt man nun zu diesen Einzelteilen?
Zunächst exportiert man die InDesign-Datei als IDML. Anschließend muss man diese Datei manuell mit dem Suffix .zip versehen. Diese Datei muss dann entpackt werden. Vorsicht: Das systeminterne Archivierungsprogramm von macOS versagt bei diesen Dateien. Mit Stuffit Expander, The Unarchiver etc. gibt es keine Probleme. Beim Zusammenfügen müssen die Dateien wieder als Zip-Archiv komprimiert werden. Allerdings darf auch das nicht mit dem macOS-Archivierungsprogramm geschehen.

Kommen wir nun zum Aufbau – der Anatomie – eines IDMLs:
idml-files

Typsicher Aufbau eines IDMLs

Ein IDML-Dokument besteht aus folgenden Ordner und Dateien:

  • mimetype: Hierbei handelt es sich lediglich um die Klassifizierung der Daten
  • designmap.xml: Eine Übersichtsdatei, die Referenzen zu allen anderen XML-Dateien beinhaltet. Erkennen kann man die Referenzen an dem Präfix »idPkg:«.
Ordner »META-INF«:
Enthält Information zu Encodierung und Dateiaufbau.

Ordner »Resources«:
  • Fonts.xml: In dieser Datei werden alle verwendete Schriften aufgelistet.

fonts-xml

  • Graphics.xml: Beinhaltet alle Farbfelder, Verlaufsfelder und Konturenstile.
  • Preferences.xml: In diesem XML-Dokument speichert InDesign alle Voreinstellungen des Dokuments. (Programmvoreinstellungen werden darin nicht gespeichert.)
  • Styles.xml: Hier werden alle Einstellungen der Absatz-, Zeichen-, Tabellen- und Objektstile, Überfüllungsvorgaben und Inhaltsverzeichnisformate gespeichert.

Ordner »MasterSpreads«:
Hier wird für jede Musterseite eine XML-Datei abgelegt.

Ordner »Spreads«:
Hier wird für jede Inhaltsseite eine XML-Datei abgelegt.

Ordner »Stories«:
Jeder Textrahmen im Dokument bekommt hier eine eigene XML-Datei.

Ordner »XML«:

  • BackingStory.xml: Listet InDesign Seitenobjekte und deren XML-Tags auf.
  • Tags.xml: Speichert alle benutzten XML-Tags des Dokuments.
  • Mapping.xml: Listet alle Mapping-Beziehungen zwischen XML-Tags und Stilen auf.

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Der Einfluss des Graustufen-Arbeitsprofils auf Photoshop

Dem Graustufen-Arbeitsprofil wird in der Regel nicht viel Beachtung geschenkt. Die meisten Anwender sind bloß beim Konfigurieren des Colormanagements damit konfrontiert:

voreinstellung-graustufenprofil
Die Einstellung »Schwarze Druckfarbe - ISO Coated v2 (ECI)« bewirkt, dass Graustufen-Bilder den selben Druckbedingungen (Druckzuwachs) unterliegen wie 4-Farb-Bilder.


Doch diese Voreinstellung – die übrigens über Bearbeiten > Farbeinstellungen zu finden ist – hat in Photoshop noch großen Einfluss auf zwei andere Dinge, abseits des Colormanagements:

1. Die Darstellung der Einzel-Kanäle und

2. die Auswahl, die durch ein Command-Klick auf den Composite-Kanal erzeugt werden kann.


Das hört sich zunächst etwas irreführend an, ist aber recht schnell erklärt:

Darstellung eines einzelnen Kanals
Die Darstellung von einem Graustufenbild hängt im Wesentlichen vom Gamma des Farbprofils ab. Ebenso hängt die Darstellung der Kanäle von einem Gamma ab. Jedoch in diesen Fall nicht von dem des geöffneten Bildes, sondern von dem Gamma des Graustufen-Arbeitsprofils. Diese Tatsache wird anhand des folgenden Beispiels sichtbar:

vergleich-lab-1
Darstellung des Composite-LAB-Bildes.


vergleich-lab-2
(Abweichende) Darstellung des Luminanz-Kanals.


Das Bild liegt bloß in Graustufen vor und dementsprechend befinden sich auch nur Informationen im Luminanz-Kanal. Man müsste also davon ausgehen können, dass sich der Composite-Kanal und der einzelne L-Kanal gleichen. Doch das ist nicht zwingend so. Der Grund dafür ist, dass zwar das Gamma des Bild-Farbprofils für die Composite-Darstellung verwendet wird, allerdings bei der Darstellung des einzelnen L-Kanals auf das Graustufen-Arbeitsprofil zurückgegriffen wird. Und wenn dieses Gamma nicht dem des Bildes entspricht, unterscheiden sich die beiden Darstellungen. Will man das verhindern, muss man ein (in Hinblick auf das Gamma) zum Bildprofil passendes Arbeitsprofil wählen. In diesem speziellen Fall wäre das eines basierend auf L-star. Arbeitet man hingegen mit AdobeRGB-Bildern, welche ein Gamma von 2,2 besitzen, wäre wiederum diese Einstellung zielführend:

voreinstellung-graygamma


Auswahl des Composite-Kanals (Luminanzmaske)
Diesen Punkt halte ich in der Praxis für relevanter. Wer beispielsweise Luminanzmasken erzeugt, macht das wahrscheinlich über einen Command-Klick auf den Composite-Kanal. Damit erstellt man eine Auswahl basierend auf den Luminanz-Werten des Bildes. Wie diese Maske erzeugt wird, hängt aber wiederum vom Graustufen-Arbeitsprofil ab. Und am besten ist dies wieder anhand eines Beispiels zu sehen:

iso-coated-v2
dotgain


Die erste Auswahl habe ich unter Nutzung des Profils »Schwarze Druckfarbe - ISO Coated v2 (ECI)« erstellt. Die zweite mit »Dot Gain 10%«. Hier ist das nur schwer zu erkennen, aber die beiden resultierenden Kanäle unterscheiden sich deutlich. Und auch hier ist die Lösung, ein Arbeitsprofil zu verwenden, welches im Bezug auf das Gamma, dem geöffneten Bild entspricht.

Fazit
Die Unterschiede sind teilweise marginal und bei bestimmten Konfiguartionen treten sie erst gar nicht auf. Dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein, denn im High-End-Bereich zählt jedes noch so kleine Detail. Es lohnt sich also, öfters einen Blick auf das Graustufen-Arbeitsprofil zu werfen.

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Illustrator Tipps, Tricks und Geekfacts #2

1. Der Tilde-Trick
Auf englischsprachigen Webseiten liest man manchmal vom sogenannten Tilde-Trick. Mit dem Halten der Tilde-Taste und dem gleichzeitigen Benutzen der Linien- oder Formwerkzeuge erstellt Illustrator unentwegt Kopien. Damit können interessante Muster entstehen:

tilde-1tilde-2

In der deutschen Version von Illustrator ist allerdings nicht die Tilde-Taste für diese »geheime« Funktion verantwortlich, sondern die Taste mit dem Kleiner- und Größerzeichen (links neben dem Y).

2. Fläche und Umfang einer Form berechnen
Der Umfang einer Form kann im Dokumentinformationsfenster unter Objekte eingesehen werden. Dort zeigt Illustrator die Länge des Pfades an.

laenge


Wo aber kann man die Fläche sehen? Ab CS6 ist das allein durch die Nutzung von Bordmitteln gar nicht mehr möglich, denn der alte Trick mit dem Debug-Fenster funktioniert nicht mehr. Ein Lösungsansatz ist z.B dieses Skript oder bis CS6 auch noch das kostenlose Plugin von Toby Thain.

3. Pfadansicht
Die Pfadansicht ist ein praktisches Feature, um sauber und gezielt arbeiten zu können. Man erreicht sie mit dem Kürzel Cmd+Y. Damit erscheint das ganze Dokument in der Pfadansicht. Klickt man aber mit der gedrückten Cmd-Taste auf das Auge in dem Ebenenbedienfeld, erscheint nur diese eine Ebene in der Pfadansicht. Will man jedoch alle Ebenen, bis auf eine in der Pfadansicht sehen, kann man sich die Vorlagen-Funktion zunutze machen: In den Ebenenoptionen muss bei der betreffenden Ebene ein Häkchen bei Vorlage gesetzt werden. Anschließend reicht es, mit dem allgemeinen Kürzel Cmd+Y die Pfadansicht einzublenden. Die als Vorlage definierte Ebene wird dann von der Pfadansicht ausgeschlossen.

4. Mehrere Konturen auf ein Objekt?
mehrere-konturen-bsp
Ist es möglich mehrere Konturen auf ein Objekt anzuwenden? Ja, und zwar über das Aussehen-Bedienfeld. Hier können mehrere Konturen, Flächen und Effekte gleichzeitig auf einen Pfad angewandt werden. Um sinnvolle Ergebnisse zu erzielen, muss man aber unbedingt auf die Reihenfolge achten.

aussehen-bedienfeld


5. Farbton einstellen
Aus InDesign kennen die meisten Anwender wahrscheinlich die Möglichkeit den Farbton einer Farbe zu definieren. Dabei steht dem Anwender dieser Regler bereit:

farbton-indesign

In Illustrator erscheint dieser Regler erst, wenn das Farbfeld in den Farbfeldoptionen auf »Global« gestellt wurde:

farbton-illustrator

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Welchen RGB-Arbeitsfarbraum soll ich wählen?

rgb-profiles


Wozu ein Arbeitsfarbraum?
In einer perfekten Welt arbeitet jeder in einem colorgemanagten Workflow. Das heißt, dass jeder Anweder alle Dokumente bewusst und individuell profiliert: Bilder haben also ein eingebettetes Farbprofil, PDFs den korrekten Output Intent und InDesign-Dokumente zugewiesene Profile. So wird gewährleistet, dass ein Dokument korrekt angezeigt, konvertiert oder ausgegeben werden kann. Ein Arbeitsfarbraum wäre in diesem Szenario kaum notwendig. Leider leben wir aber in keiner perfekten Welt und folglich kommt der Arbeitsfarbraum immer dann zum Einsatz, wenn man (a) unprofilierte Dokumente öffnet, oder aber auch wenn man (b) ein neues Dokument erstellt.1 Nun gibt es jedoch für diese beiden Fälle nicht das eine Farbprofil, welches immer passt. Das Ziel kann somit nur sein, ein Profil zu verwenden, dass so oft wie möglich passt. In allen anderen Fällen muss man eben manuell eingreifen.

Welches Farbprofil sich somit für den Arbeitsfarbraum anbietet, kommt auf die eigenen Bedürfnisse an und kann daher nur schwer vereinheitlicht werden. Es gibt jedoch ein paar Punkte, die man berücksichtigen sollte:

Welcher Arbeitsfarbraum ist der »richtige«?
Kommen wir dazu nochmal zu den oben erwähnten Fällen zurück:

(a) Unprofiliertes Bildmaterial:

In aller Regel kommt unprofiliertes Bildmaterial aus dem Internet – Stockbildagenturen sind beispielsweise eine beliebte Quelle. Für solche Fälle ist meist das sRGB-Profil, seltener AdobeRGB, die richtige Wahl. Rein statistisch wäre sRGB also wahrscheinlich die sicherste Wahl für den Arbeitsfarbraum. sRGB ist auch so etwas wie der »kleinste gemeinsame Nenner« unter den Farbprofilen. Das heißt aber nicht, dass es auch der beste Arbeitsfarbraum ist. Im Gegenteil, für den Fall (b) ist es denkbar ungeeignet.

(b) Erstellen eines neuen Dokuments:

Wie eben angedeutet, scheidet sRGB für das Erstellen eines neuen Dokuments aus, weil es die im Offsetdruck erzielbaren Farben nicht vollständig umschließt.2 (sRGB umschließt übrigens auch nicht alle Farben, die eine Spiegelreflexkamera einfangen kann.) Man würde also gezielt Farben verschenken. Für das Erstellen neuer Dokumente kommen in der Druckvorstufe daher nur zwei Profile in Frage: AdobeRGB oder eciRGBv2. Letzteres ist die klassische Wahl und auch meine Empfehlung. Warum?
Sowohl AdobeRGB als auch eciRGBv2 sind an die im Druck erzielbaren Farben angepasst (der Gamut von eciRGBv2 ist minimal kleiner). Das heißt, alles, was mithilfe der subtraktiven Farben CMYK gedruckt werden kann, liegt innerhalb der Gamuts von AdobeRGB und eciRGBv2. Der Nachteil an AdobeRGB ist jedoch dessen Tonwertverteilung in den Tiefen. Genauer gesagt: AdobeRGB verbraucht in den Tiefen zu viele Tonwertabstufungen. Für die drei dunkelsten, wahrnehmbaren Helligkeitsstufen L=0, L=1, L=2 werden ganze 17 Tonwertabstufungen benutzt. Hier werden also mehr Informationen gespeichert, als der Mensch sehen kann.3 Das ist zwar, wenn man so will, ein generelles Problem von RGB-Profilen, eciRGBv2 hat da aber aufgrund der (auf LAB basierenden) Helligkeitsverteilung klar die Nase vorn.

Größere Farbräume wie WideGamutRGB oder ProPhotoRGB haben als Arbeitsfarbraum gar nichts zu suchen. Zum einen müsste man dann immer mit 16-Bit Farbtiefe arbeiten (Warum siehe hier und hier) und zum anderen werden Farbraumtransformation von diesen Farbräumen nach CMYK ein Qual.

Der beste Arbeitsfarbraum richtet sich daher nach dem Grundsatz: So groß wie nötig und so klein wie möglich. Klar ist aber, dass man diesen Grundsatz nur befolgen kann, wenn man den später gewünschten Zielfarbraum, also die Ausgabebedingung, kennt.

Fazit
Wie man an den beiden Beispielen oben sehen kann, gibt es nicht einen perfekten Arbeitsfarbraum und daher verfehlt das Konzept in einigen Fällen leider sein Ziel. Der Arbeitsfarbraum hat aber natürlich dennoch seine Berechtigung. Immerhin hat Adobe mit ihm dafür gesorgt, dass das Colormanagement zumindest immer aktiv ist, wenn auch nicht zwangsweise immer richtig konfiguriert.

Das eigentliche Ziel eines Druckvorstufenworkflows sollte letztlich immer sein, den Arbeitsfarbraum ignorieren zu können, weil eben schon alles manuell profiliert wurde.4 Ein erfahrener Anwender wird ohnehin alle hier genannten Farbprofile nutzen, allerdings immer dann, wenn es angebracht ist, und nicht, wenn es der Arbeitsfarbraum vorgibt.



1 Es hängen in Photoshop, InDesign und Illustrator auch noch ein paar andere Dinge vom Arbeitsfarbraum ab (siehe z.B. Punkt 5 hier), diese sind für diesen Artikel aber irrelevant.

2 Lab-Plot aus ColorSync: sRGB gegen ISO Coated v2. Viele Farben im Blaugrün oder Cyan ragen aus dem sRGB-Farbraum hinaus:

sRGB-vs-ISOCoatedv2

3 Angaben beziehen sich auf ein 8-Bit-Dokument.

4 Der Arbeitsfarbraum hat nur dann diese untergeordnete Bedeutung, wenn in den Farbeinstellungen von Photoshop »Eingebettete Profile beibehalten« aktiviert ist. Andernfalls werden die Bilder nämlich immer im Arbeitsfarbraum geöffnet und dann hat er natürlich mehr Relevanz. Das ist aber die denkbar schlechteste Konfiguration.

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Photoshop Tipps, Tricks und Geekfacts #5

1. Voreinstellungen: Verlauf und Cache
cachelevels
Die Cachestufen legen die Anzahl der gleichzeitig geöffneten Kopien eines Dokuments fest. Warum aber werden mehrere Kopien vom Dokument geöffnet? Für das Zoomen. Jede Kopie steht für eine unterschiedliche Zoomstufe. Umso weniger Cachestufen eingestellt sind, desto weniger Zoomstufen werden im Voraus generiert. Dadurch ist die Arbeitsspeicherauslastung niedriger, allerdings wird dafür das Zoomen »langsamer«.


2. Voreinstellungen: OpenGL vs. OpenCL
In den Grafikprozessereinstellungen (unter Leistung) wird man mit zwei Schlagwörtern konfrontiert: OpenGL und OpenCL. Was bedeuten diese?


OpenGL steht für Open Graphics Library und beeinflusst in Photoshop im Wesentlichen nur die Darstellung. Da es der GPU aber beim Berechnen der Darstellung hilft, wirkt sich OpenGL auch auf die Gesamtperformance von Photoshop aus. OpenGL wird aber nicht dafür benutzt, um beispielsweise die Berechnung eines Filters zu beschleunigen. OpenCL (Open Computing Language) hingegen ist fürs Rechnen gemacht und wird unter anderem für die Beschleunigung der Berechnung der Weichzeichnergalerie verwendet.

Hinweis: Das Aktivieren von OpenGL hat erst Auswirkungen auf das nächste, im Anschluss geöffnete Fenster. Wie viele Fenster gleichzeitig OpenGL-beschleunigt werden, wird durch die Möglichkeiten der Grafikkarte festgelegt.

3. Auswahl aufheben
Das Kürzel Cmd+D um eine Auswahl aufzuheben, funktioniert auch im Dialogfenster der Gradationskurve. Das ist hilfreich, wenn man zuvor mittels gedrückter Shift-Taste mehrere Punkte ausgewählt hat.

4. Durchschnitt mehrerer Ebenen erzeugen
Ich muss zugeben, den Durchschnitt mehrerer Ebenen zu erzeugen, macht nur selten Sinn. Es gibt dafür auch keine eigene Funktion. Will man es aber dennoch machen, geht man wie folgt vor:

Beginnend mit der untersten Ebene – nennen wir sie »Nummer 1« – muss die Deckkraft aller Ebenen in aufsteigender Reihenfolge nach folgender Formel eingestellt werden: 100 / Ebenennummer.
Die unterste hat also die Deckkraft 100/1 = 100%, die Ebene darüber 100/2 = 50 %, die dritte Ebene 100/3 = 33%, die vierte 100/4 = 25% usw. Alle Ebenen verbleiben dabei in der Füllmethode »Normal«.

5. Farbtransformationen aus dem 32-Bit-Modus
Konvertiert man ein 32-Bit-Bild nach 16 oder 8 Bit, wird immer der eingestellte Arbeitsfarbraum zugewiesen, egal welches Quellprofil vorher zugewiesen war.

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Multiplizieren vs. Überdrucken

InDesign und Illustrator bieten mit dem Attribut »Überdrucken« und dem Verrechnungsmodus «Multiplizieren« zwei – auf den ersten Blick – sehr ähnliche Funktionen. Und obwohl sie unter Umständen das selbe Ergebnis erzeugen, gleichen sie sich keineswegs. Schauen wir uns die zwei Funktionen näher an:

Beim »Multiplizieren« handelt es sich um eine sogenannte Füllmethode. Diese beschreibt mithilfe einer Formel, wie zwei Farben miteinander verrechnet werden. Im Fall von Multiplizieren ist das denkbar einfach. Doch dazu später mehr. In der Regel wird Multiplizieren eingesetzt, um einen bestimmten optischen Effekt zu erzielen.

Im Gegensatz dazu steht das Attribut »Überdrucken«. Dieses Attribut ist nicht primär dazu gedacht, einen optischen Effekt zu erzielen. Es ist vielmehr eine Anweisung an den Drucker, dass darunter liegende Farben nicht ausgespart, sondern gedruckt werden sollen. Überdrucken ist also eher ein Werkzeug für die Druckvorstufe, um bestimmte Probleme an der Druckmaschine zu vermeiden.

overprint-vs-multiply-2

In diesem Beispiel werden die jeweils gleichen Farbfelder überdruckt bzw. multipliziert. Wie man an der Mischfarbe in der Mitte sehen kann, unterscheiden sich die Ergebnisse deutlich. Sehen wir uns an, wie es aus mathematischer Sicht dazu kommen kann.

Überdrucken
Werden zwei Farben überdruckt, bekommt die Mischfarbe einfach die Werte der oberen Farbe. Ist einer der oberen CMYK-Werte aber 0, wird der Wert der unteren Farbe übernommen. Das klingt kompliziert, ist aber wie das Beispiel unten zeigt, ganz simpel:

overprint-vs-multiply-1

Multiplizieren
Beim Multiplizieren wird die Mischfarbe mithilfe einer Formel berechnet. Für normierte RGB-Farbwerte lautet diese:

A x B

Wurden die Farbwerte vorher nicht auf den Bereich von 0 bis 1 normiert, muss anschließend noch durch 255 geteilt werden:

(A x B) / 255

Für CMYK-Farbwerte ist die Formel etwas komplizierter. Die Mischfarbe berechnet sich hier nach folgender Formel:

100-((100-A)*(100-B)/100)

Weiterführendes
Darüber hinaus unterscheiden sich die beiden Funktionen in einem weiteren Punkt. Die Füllmethode »Multiplizieren« ist kommutativ, d.h. die Reihenfolge der beiden Objekte ist für das Ergebnis egal. Beim Überdrucken sieht die Sache anders aus. Wie man am folgenden Beispiel sehen kann, spielt die Reihenfolge hier eine wichtige Rolle:

overprint-vs-multiply-3

Fazit: Die Ergebnisse vom »Überdrucken« und »Multiplizieren« unterscheiden sich deutlich. Warum aber werden die beiden Funktionen so gerne gleichgesetzt?

Darüber kann ich nur eine Vermutung anstellen, aber wahrscheinlich liegt es am Verhalten beider Funktionen im Zusammenhang mit Schwarz. Schwarz ist sicherlich die am häufigsten überdruckte Farbe und bei 100% Schwarz ist es tatsächlich egal, ob sie überdruckt oder multipliziert wird. Das Ergebnis ist das gleiche:

overprint-vs-multiply-4

Will man das Ergebnis des Überdrucken-Attributs (aus welchen Gründen auch immer) gerne mit einer Füllmethode darstellen, ist man mit »Abdunkeln« am besten beraten.

overprint-vs-multiply-5

Hinweise:

  • Das Überdrucken wird in den Adobe-Programmen erst bei aktiver Überdruckenvorschau korrekt angezeigt.
  • Die schwarze Farbe [Schwarz] überdruckt in InDesign standardmäßig. Ist das nicht gewünscht, kann man entweder manuell ein neues Farbfeld für Schwarz erzeugen oder man deaktiviert die entsprechende Funktion in den Voreinstellungen unter »Schwarzdarstellung«.


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Quicktipp: Endformat (Trimbox) eines PDFs unkompliziert anzeigen

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Druckfähige PDFs enthalten in der Regel auch Daten außerhalb des eigentlichen Seitenformats. Meist handelt es sich dabei um Schnittmarken, den Anschnitt oder auch Seiteninformationen.

Das Problem daran ist aber, dass dadurch die tatsächliche Seitengröße – also das Endformat – verwaschen wird, denn Acrobat zeigt in der kleinen Infobox immer das komplette Format – die Mediabox – an. Dennoch ist die korrekte Information natürlich im PDF hinterlegt, und zwar in der sogenannten Trimbox. Diese kann beispielsweise über das Werkzeug »Seitenrahmen festlegen« eingesehen werden. Allerdings ist das etwas umständlich und im Acrobat Reader nicht möglich.

infobox

Ich möchte daher eine weitere Variante vorstellen: Und zwar ein Skript, das von »Hilfdirselbst«-Mitglied Lars geschrieben wurde. (Vielen Dank dafür!)

Zunächst muss dieses Script in folgendem Ordner abgelegt werden:
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Acrobat > Version > JavaScripts

In Acrobat X steht das Skript anschließend in der Werkzeugleiste unter »Zusatzprogramme-Zusatzmodul« als Button mit dem Titel »Trimbox« bereit. Mit einem Klick darauf, erhält man schnell und unkompliziert das Endformat.

trimbox

In Acrobat DC ist die Installation etwas umständlicher: Zunächst muss man im Werkzeuge-Menü unter Anpassen > Benutzerdefiniertes Werkzeug erstellen im Drop-Down-Menü auf Öffnen klicken. Damit öffnet sich ein Fenster, wo unter Zusatzprogramme der Eintrag »Trimbox« zu finden ist. Mittels der zwei Plus-Buttons kann man nun wählen, ob das Tool in der Symbolleiste oder in der rechten Werkzeugleiste angezeigt werden soll.

acrobat-dc-script

Hier nochmal der Link zu dem Forumsbeitrag mit dem entsprechenden Skript: Trimbox anzeigen.

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Warum entspricht der PDF-Exportname nicht meinem InDesign-Dokumentnamen?

indesign-80px
Standardmäßig bekommt ein PDF beim Export aus InDesign den Dokumentnamen zugewiesen. Allerdings ist das nicht immer so und unter Umständen kann das zu einem Ärgernis werden. Doch wann genau passiert das und wie kann man das Problem lösen?

Grundlagen
Wenn man eine neues InDesign-Dokument erstellt und dieses dann beispielsweise unter dem Namen »RichtigerName.indd« speichert, bekommt dieses Dokument beim PDF-Export automatisch den Dokumentnamen zugewiesen. Das PDF heißt also »RichtigerName.pdf«.

Das ist schön und gut, allerdings nicht immer so gewünscht. Es kann beispielsweise sein, dass sich im Dokument »Einladung.indd« zwei Seiten mit zwei verschiedenen Sprachen befinden und man dieses Dokument daher einmal als »Einladung_Deutsch.pdf« und einmal als »Einladung_Englisch.pdf« exportiert. Man muss den Namen also manuell ändern.
Jedoch geht immer dann, wenn man den Namen beim Export manuell ändert, die automatische Verknüpfung zwischen Dokument- und Exportname verloren. Der zuletzt manuell vergebene Exportname wird dann mit dem InDesign-Dokument gespeichert. Öffnet man das Dokument also beispielsweise zwei Monate später wieder und exportiert es erneut, schlägt InDesign automatisch den zuletzt vergebenen Namen vor – in unserem Beispiel »Einladung_Englisch.pdf«.

Das Problem
Das beschriebene Verhalten ist zwar logisch und gut, manchmal führt es aber zu einer ungewollten Situation. Beispielsweise dann, wenn man so eine Datei (mit manuell veränderten Namen) als Vorlage für andere Dokumente benutzt.

Ich hatte kürzlich den Fall, dass ich ein Dokument erstellt habe, dessen Name aus einer Artikelnummer bestand, sagen wir: »0123456789.indd«. Während der Layoutphase habe ich das Dokument, mit dem manuell vergebenen Namen »0123456789_Layout.pdf« exportiert. Nach der Freigabe musste ich davon etwa 200 Varianten erstellen. Dazu habe ich die Datei kopiert und im Finder die richtigen Dokumentnamen (also Artikelnummern) vergeben. Da das Ursprungsdokument aber einen manuell vergebenen Namen hatte, hatten beim Export der 200 Dateien auch alle den gleichen Namen, also »0123456789_Layout.pdf« und nicht wie gewollt die zuvor definierten Dateinamen. Nun hätte ich beim Export natürlich wieder manuell den richtigen Namen vergeben können, das war mir aber zu fehleranfällig und ebenso viel zu mühsam. Also musste eine andere Lösung her.

Die Lösung(en)
Eine Möglichkeit – um sich das Tippen zu ersparen – ist, dass man beim Exportieren das entsprechende InDesign-Dokument anklickt. Damit wird der Name automatisch in das Textfeld eingetragen:

export-indesign-pdf-name

Das war mir aber zu langsam und bei der Menge an Dokumenten auch viel zu fehleranfällig.

Das brachte mich zur Verwendung von Peter Kahrels Skript »Batch process«. Dieses Skript vergibt beim Export immer den Dokumentnamen. Doch obwohl das Skript wirklich genial ist, war es für meinen Zweck nicht ganz passend. Es musste also eine maßgeschneiderte Lösung her.

Meine Ziel war ein simples AppleScript, dass den aktuellen Dokumentnamen in die Zwischenablage kopiert, sodass ich bei Bedarf den Namen schnell und fehlerfrei einfügen kann. Das war relativ schnell erledigt:

docname-script

Dem Skript habe ich dann in InDesign noch ein Tastaturkürzel zugewiesen. So kann ich es schnell aufrufen und wenn nötig den Namen bequem und ohne Fehler einfügen.

Das tolle daran: Sobald der Exportname wieder dem Dokumentnamen gleicht, stellt InDesign automatisch wieder eine Verbindung zwischen den beiden her. Das Skript muss somit nur einmal verwendet werden und für die Zukunft ist das Dokument dann wieder »repariert«.

Fazit
Wenn man über diese Vorgehensweise von InDesign Bescheid weiß, lässt sich das Problem sicherlich oft vermeiden. Allerdings hat man leider nicht immer Einfluss darauf, beispielsweise wenn man mit Fremddokumenten arbeiten muss. Mit den oben genannten Lösungsvorschlägen bekommt man das Problem aber relativ simpel wieder in den Griff. Mein Skript gibt es übrigens hier zum Download.

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Photoshops Histogramm als Qualitätskontrolle?

Immer wieder liest man, dass die Qualität eines Bildes mit dem Histogramm beurteilt werden kann. Dabei ist natürlich vor allem die Rede davon, ob das Histogramm Löcher aufweist – die Tonwerte also gespreizt wurden. Das passiert zum Beispiel immer dann, wenn der Kontrast erhöht wird. Und tatsächlich ist das nicht wünschenswert, aber:
Das Histogramm sagt leider nicht zwangsweise etwas über die Qualität aus. Denn es kann irrsinnig einfach manipuliert werden. Oder besser gesagt, das Bild kann irrsinnig einfach manipuliert werden, so dass das Histogramm O.K. aussieht.

Ein Beispiel: So sieht ein typisches Histogramm von einem kontrastverstärkten Bild aus:

histogramm-before
Die Löcher deuten auf die Spreizung hin.


Es reicht aber, wenn man auf das Bild eine Bewegungsunschärfe mit 1 Pixel anwendet, um das Histogramm wieder zu glätten. Ebenso könnte man den Gaußschen Weichzeichner (mit 0,3 Pixel) darauf anwenden oder das Bild leicht drehen. All das lässt das Histogramm besser aussehen (siehe unten), obwohl die eigentlichen Daten dabei verschlechtert werden.

histogramm-after

Das soll jedoch keinesfalls heißen, dass das Histogramm nur wertlose Informationen zeigt. Im Gegenteil, es lassen sich damit sehr vielfältige Informationen ablesen: Wie sind die Tonwerte verteilt? Wird die Tonwertbreite komplett genutzt oder ist eine Tonwertkorrektur angebracht? Darüber hinaus lassen sich in der erweiterten Ansicht auch viele statistische Angaben ablesen:

histogramm-statistik

Man muss aber daran denken, dass das Histogramm nicht immer die ganze Wahrheit über ein Bild verrät.


Adobe bietet auf der Hilfeseite übrigens einen guten Artikel über die Funktionen des Histogramms in Photoshop.


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Quicktipp: Vorsicht bei interaktiven PDFs und der Acrobat-Ausgabevorschau

ausgabevorschau


Die Ausgabevorschau in Acrobat ist bei mir fast immer offen. Wie ich jedoch kürzlich wieder festgestellt habe, kann das zum Verhängnis werden: und zwar bei interaktiven PDFs.

In meinem Fall handelte es sich um ein PDF mit Formularfelder, die ich zuvor in InDesign gesetzt habe und anschließend testen wollte. Wenn jedoch die Ausgabevorschau im Modus „Farbauszüge“ geöffnet ist, führt das dazu, dass die Formularfelder nicht angezeigt werden, da diese keinem Auszug zugeordnet werden. Leider weißt darauf nichts hin, daher immer daran denken, dass bei Darstellungsfehlern die Ausgabevorschau Schuld sein kann.

[Update 12. Jänner 2017: Der Fehler tritt nur in Acrobat Version X auf, in neueren Versionen werden die Formularfelder korrekt angezeigt.]

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Tipps zum Anwenden und Organisieren von Photoshop-Aktionen (Aktionen Teil 2)

Im Artikel »Wie erstellt man Photoshop-Aktionen richtig? (Teil 1)« haben wir besprochen, wie man perfekte Aktionen erstellt. Hier erfährst du, wie man diese Aktionen einfach anwendet und organisiert.

Aktionen anwenden:
Das Anwenden ist denkbar einfach. Im Normalansichtmodus muss man nur die entsprechende Aktion auswählen und den Play-Button drücken. Im Schaltflächenmodus (rechts) reicht ein einfacher Klick auf die Aktion.

aktionen-abspielen

Mit gedrückter Cmd-Taste und einem Doppelklick auf die gewünschte Aktion, können Aktionen auch aus der normalen Ansicht schnell gestartet werden. Darüber hinaus kann man Aktionen auch ein Tastaturkürzel zuweisen.

Tipps und Tricks zum Anwenden:
– Mit gedrückter Cmd-Taste wird beim Drücken des Play-Buttons nur ein Schritt abgespielt.

– Bei einer Vielzahl an zu bearbeiteten Bildern kann man mithilfe der Stapelverarbeitung Aktionen auf mehrere Bilder oder ganze Ordner anwenden.

Aktionen organisieren:
Wer viel mit Aktionen arbeitet, sollte diese auch regelmäßig speichern. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Über das Bedienfeldmenü mit »Aktionen speichern« oder
2. Durch das Sichern der »Actions Palette.psp«-Datei.

Die erste Variante ist natürlich leichter erreichbar, hat jedoch den Nachteil, dass jeder Satz einzeln gespeichert werden muss. Wer seine Aktionen in mehreren Sätzen organisiert, ist hiermit eventuell unzufrieden. Daher besteht auch die Möglichkeit, das Backup der Aktionen als Ganzes zu sichern. Dieses Backup hebt Photoshop unter folgendem Ordner auf: Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe Photoshop XX Settings > Actions Pallete.psp.

Tipps und Tricks zum Organisieren:
– Aktionen als Text speichern: Wie eben erwähnt, kann man über das Bedienfeldmenü des Aktionsfensters Aktionen speichern. Hält man dabei aber zusätzlich die Cmd+Alt-Taste gedrückt, werden die Aktionsschritte in einer Textdatei schriftlich gesichert.

– Im Schaltflächenmodus können Aktionen farblich gekennzeichnet werden. So lassen sich zusammengehörende Aktionen optisch gruppieren (siehe Screenshot weiter oben).

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Wie erstellt man Photoshop-Aktionen richtig? (Aktionen Teil 1)

Mit den Aktionen bietet Photoshop die praktische Funktion, wiederkehrende Arbeiten zu automatisieren. Dazu werden die einzelnen Arbeitsschritte aufgenommen und als Aktion zusammengefasst. Diese Aktion kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgespielt werden. Aktionen helfen aber nicht nur dabei, effizienter zu arbeiten, sie sind auch ein »Speicher« für Techniken oder Arbeitsweisen, die man sich somit direkt in Photoshop »notieren« kann. Und obwohl Aktionen sehr einfach zu erstellen und zu verwenden sind, gibt es doch einiges zu beachten. Sehen wir uns zunächst das Erstellen von Aktionen näher an.

Aktionen erstellen:
Das wichtigste beim Erstellen von Aktionen ist ein sinnvoller, sauberer Aufbau. Das bedeutet, dass Aktionen so aufgebaut sein sollten, dass sie in so vielen Dokumenten wie möglich fehlerfrei angewandt werden können. Sinnvoll heißt hier also, dass sie unabhängig von sämtlichen Variablen wie Ebenennamen etc. funktionieren. Denn beim Aufnehmen einer Aktion weiß man noch nicht, wie das spätere Dokument aussehen wird: Wie ist der Ebenenaufbau? Gibt es eine Hintergrundebene? Ist eine Ebene beim Starten der Aktion ausgewählt? Und so weiter …

Wie löst man dieses Problem? Zunächst ein konkretes Beispiel:

Unser Ziel ist eine Aktion, die das offene Dokument (welches nur eine Ebene besitzt) mit dem Gaußschen Weichzeichner weichzeichnet. Das klingt simpel und man könnte vermuten, dass es reicht, bloß den Gaußschen Weichzeichner aufzunehmen. Es gibt jedoch einige Variablen, die man beachten muss: Denn es wäre möglich, dass die eine vorhandene Ebene beim späteren Abspielen der Aktion nicht ausgewählt ist. Das Ganze endet dann mit folgender Fehlermeldung:

fehlermeldung


Klar, wenn keine Ebene ausgewählt ist, was soll dann weichgezeichnet werden? Im ersten Augenblick erscheint es daher sinnvoll, das Auswählen der Ebene mit in die Aktion aufzunehmen.

auswahl-ebene


Aktionen vermerken beim Auswählen einer Ebene jedoch immer den Ebenennamen, im Beispiel hier »Ebene 1«. Wird die Aktion nun in einem Dokument angewandt, wo keine Ebene 1 existiert, kommt es beim Abspielen wieder zu einem Fehler.
Dazu kommt, dass das Dokument auch aus mehreren Ebenen bestehen kann. Dann reicht es nicht, bloß eine Ebene auszuwählen und weichzuzeichnen – die Ebenen müssen vorher irgendwie auf eine reduziert werden.

Man sieht schon, hier gibt es viele Variablen, die man beim Erstellen einer Aktion nicht kennen kann. Die Lösung ist also, dafür zu sorgen, dass diese Variablen keinen Einfluss auf das Abspielen der Aktion haben. Und das geht im konkreten Beispiel so:

  1. Man startet die Aufnahme und erstellt eine neue Ebene mit dem Kürzel Cmd+Alt+Shift+N. Das führt auch dazu, dass die neue Ebene die aktive Ebene wird. Egal ob vorher eine Ebene ausgewählt war oder nicht.
  2. Anschließend fügt man mit dem Kürzel Cmd+Alt+Shift+E alle Ebenen auf der zuvor erstellten Ebene zusammen.
  3. Der Ordnung halber sollte man mit dem Befehl Ebene > Anordnen > In den Vordergrund noch dafür sorgen, dass die aktive Ebene zur obersten Ebene wird. In manchen Fällen wäre sie das vielleicht ohnehin, wenn sie es aber noch nicht ist, wird sie es hiermit. Das Aufzeichnen dieses Menübefehls funktioniert nur über das Bedienfeldmenü des Aktionsfensters mittels »Menübefehl einfügen«. Dieser Schritt dient dazu, einen fix definierten Zustand (Ebenenaufbau) zu erhalten, der unabhängig von allen anderen Variablen fehlerfrei erreicht werden kann.
  4. Zu guter Letzt muss dann noch der Gaußsche Weichzeichner aufgenommen werden.

Das Ergebnis ist eine Aktion, die von keiner Variable abhängig ist.

Hinweis zu Schritt 1 und 2: Normalerweise erzeugt der Befehl Cmd+Alt+Shift+E eine neue Ebene und fügt alle sichtbaren Ebenen auf dieser zusammen. Warum habe ich dann im Schritt 1 zunächst manuell eine neue Ebene erzeugt? Weil es zwei (mir bekannte) Fälle gibt, wo nur das Kürzel Cmd+Alt+Shift+E nicht funktioniert:

  1. Wenn die aktive Ebene ausgeblendet ist. Dann verweigert Photoshop das Tastaturkürzel bzw. die entsprechende Funktion. (Selbst dann, wenn alle anderen Ebenen eingeblendet sind.)
  2. Wenn die aktive Ebene leer ist. Dann erstellt Photoshop mit Cmd+Alt+Shift+E nämlich keine neue Ebene sondern kopiert die zusammengefügten Ebenen in die schon vorhandene, aktive Ebene hinein. Da wir aber beim Erstellen der Aktion nicht wissen, welche Ebene eventuell aktiv sein wird, führt das definitiv zu Fehlern.

Daraus ergeben sich folgende allgemeine Regeln zum Erstellen von Aktionen:
Regel 1, Ebenen nicht per Namen auswählen: Wie im obigen Beispiel beschrieben, kann das zu Fehlern führen. Während der Aufnahme von Aktionen sollten daher niemals Ebenen ausgewählt werden. Einzige Ausnahme: Die Ebene wurde während der Aktion erstellt. Ebenen dürfen aber sehr wohl relativ ausgewählt werden, beispielsweise mit dem Kürzel Alt+. für die oberste Ebene oder Alt+, für die unterste Ebene. Denn hierbei spielt der Ebenenname keine Rolle.

Regel 2, Alle Schritte wenn möglich innerhalb eines Dokuments ausführen:

vorheriges-naechstes


Photoshop referenziert geöffnete Dokumente in den Aktionen nicht per Namen, also absolut, sondern relativ. D.h. als vorheriges oder nächstes Dokument. Das kann aber zu Problemen führen, wenn die Reihenfolge bzw. die Anzahl der geöffneten Dokumente beim Abspielen der Aktionen nicht die gleiche ist, wie beim Aufnehmen.

Regel 3, Aktionen sollten so wenig Schritte wie möglich besitzen: Der Grund dafür ist die bessere Performance. Auch interaktive Aktionen, die die Eingabe vom Benutzer verlangen, sollten so weit wie möglich vermieden werden. Diese können nämlich beispielsweise nicht sinnvoll mit der Stapelverarbeitung abgespielt werden.

Tipps und Tricks zum Erstellen:
– Schnappschuss erstellen: In vielen Fällen macht es Sinn, beim Aufnehmen einer Aktion zuerst einen Schnappschuss zu erstellen. Warum? Aktionen führen beim Abspielen jeden aufgezeichneten Schritt einzeln aus. Im Protokoll erscheinen daher beim Anwenden mitunter sehr viele Schritte. Dadurch ist es schwer, die ausgeführte Aktion rückgängig zu machen. Besitzt die ausgeführte Aktion sogar mehr Schritte als Protokollobjekte zugelassen werden, ist es gar unmöglich, die Aktion vollständig rückgängig zu machen. Ein Schnappschuss löst dieses Problem, da er den Dokumentzustand speichert, der beim Starten der Aktion vorherrscht.

schnappschuss


– Um einen Pfad in eine Aktion zu integrieren, muss der Pfad vor der Aufnahme erstellt werden, und dann während der Aufnahme ausgewählt und mittels »Pfad einfügen« aus dem Bedienfeldmenü eingefügt werden.

– Seit der Photoshop Version 13.1.2 (CS6), lassen sich auch Konditionen einbauen. So kann man beispielsweise eine gewisse Aktion nur dann starten lassen, wenn das Dokument hochformatig ist. Das kann unheimlich praktisch sein und erweitert den Funktionsumfang der Aktionen ein klein wenig in Richtung Skripte.

– Beim Aufzeichnen einer Aktion können auch schon vorhandene Aktionen integriert werden. Allerdings wird dabei nicht nur der Name der abgespielten Aktion aufgenommen, sondern auch der Satz, in dem sie sich befindet. D.h. dass der Aktionsname und der Ort nicht verändert werden dürfen, ansonsten wird die Aktion beim Abspielen nicht gefunden.

– Will man nur einen Schritt einer Aktion verändern, kann man dies mit der Option »Erneut aufzeichnen« tun. Im Normalansichtmodus reicht aber auch ein Doppelklick auf den entsprechenden Schritt.

Im zweiten Teil erfährst du alle wichtigen Tipps und Tricks zum Anwenden und Organisieren von Aktionen.

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Was hat es mit Apples Wide-Gamut-Displays und dem DCI-P3-Farbraum auf sich?

Mit den »Retina iMacs Late 2015«* hat Apple erstmals Wide-Gamut-Displays in den Macs verbaut. Genau genommen handelt es sich dabei um DCI-P3-Displays, also Panels, die in der Lage sind, alle oder fast alle Farben des DCI-P3-Farbraums darzustellen. Sehen wir uns an, welche Vor- und Nachteile das hat.

Was sind Wide-Gamut-Monitore?
Standardmonitore, also jene, die wir um etwa zwei- bis dreihundert Euro kaufen, decken in etwa den Gamut des sRGB-Farbraums ab. Alles was an Farben darüber hinaus geht, können solche Monitore nicht darstellen. In der Realität gibt es aber natürlich deutlich mehr Farben, als der sRGB-Farbraum umschließt. Will man nun digitale Bilder so naturgetreu wie möglich darstellen, muss man auf einen Wide-Gamut-Monitor zurückgreifen. Auch diese können natürlich nicht alle in der Natur vorkommenden Farben abbilden, aber doch deutlich mehr als Standardmonitore. Wide-Gamut-Monitore werden daher in der professionellen Bildbearbeitung eingesetzt, damit beispielsweise die Daten, die in den Raw-Files einer Kamera vorhanden sind, auch dargestellt werden können. In der Druckvorstufe wiederum werden Wide-Gamut-Monitore auch deshalb eingesetzt, weil sie Ausgabefarbräume wie PSO Coated v3 deutlich besser darstellen können. Standardmonitore sind beispielsweise nicht in der Lage, reines Cyan darzustellen. Wide-Gamut-Monitore erzielen hier sichtbar bessere Resultate. Softproofs machen daher nur mit Wide-Gamut-Monitoren wirklich Sinn. In der Regel können solche professionellen Monitore etwa 99% vom AdobeRGB-Farbraum darstellen. (Hier gibt es aber auch deutliche Unterschiede.)

Der Nachteil von Wide-Gamut-Monitoren
Wide-Gamut-Monitore sind für manche Zwecke also unumgänglich, dennoch haben sie auch einen Nachteil gegenüber den Standardmonitoren: Unprofiliertes Bildmaterial wird zu gesättigt dargestellt. Warum?

Viele Programme sind nicht colorgemanagt. D.h sie gehen davon aus, dass der Monitorgamut dem von sRGB entspricht und schicken die RGB-Werte (der Bilder, UI-Elemente, Schriften etc.) unverändert an den Monitor. Und in 99% aller Fälle ist das auch O.K., denn praktisch alle mobilen Geräte und Standardmonitore basieren eben auf dem sRGB-Farbraum. Bei Wide-Gamut-Monitoren führt dieses Verhalten allerdings dazu, dass das Bildmaterial übersättigt und unnatürlich dargestellt wird. Denn, wenn unprofilierte Objekte, die in einem kleinen Farbraum wie sRGB erstellt wurden in einen größeren wie AdobeRGB interpretiert werden, landen die Farben viel weiter außen, als sie eigentlich sollten und erscheinen daher zu gesättigt. Die Abbildung verdeutlicht das:

saturation-srgb-argb-2


Ein Farbwert von 255/0/0 in sRGB wird mittels Colormanagement zu 219/0/0 in AdobeRGB. Ohne Colormanagement landet der Farbwert in AdobeRGB aber wieder bei den ursprünglichen 255/0/0, also weiter außen und somit in den gesättigteren, helleren Farben.


Dieses Fehlverhalten kann sehr störend sein, denn es gibt leider vieles, was nicht profiliert ist. Abgesehen von Bildern aus dem Internet, sind das vor allem UI-Elemente, was dazu führt, dass beispielsweise manche Icons auf einem Wide-Gamut-Monitor unnatürlich bunt »strahlen«. Vielleicht bessert Apple hier noch mit einem Update nach. Das wäre zumindest ein konsequenter Schritt, wenn in Zukunft noch mehr Apple-Geräte mit solchen Wide-Gamut-Displays versehen werden. Die kürzlich vorgestellten MacBook Pros besitzen ja nun auch solche Panels.**

Auch im Web können Wide-Gamut-Monitore zur Herausforderung werden. Vieles ist dort nämlich ohne Profil unterwegs – beispielsweise alle CSS-Farben. Die meisten Browser nehmen einfach an, dass der Monitorgamut sRGB ist und konvertieren die Farben nicht in das Monitorprofil. Safari kann damit zum Glück richtig umgehen, und weist unprofilierten Farben den sRGB-Farbraum zu und konvertiert sie von dort korrekt in den Monitorfarbraum. Profilierte Bilder werden ohnehin, wie es das Colormanagement verlangt, von Safari korrekt ins Monitorprofil konvertiert. Chrome kann das beispielsweise nicht.

Diese ganze Problematik wurde letztlich auch bei den Wide-Gamut-Monitor-Herstellern bekannt, sodass diese nun häufig einen sRGB-Emulationsmodus anbieten. Dabei wird der Monitorgamut auf den Gamut von sRGB reduziert, sodass das Sättigungsproblem erst gar nicht auftreten kann. Der iMac bzw. macOS bieten so etwas nicht an. Jedoch werden damit ohnehin nur die Symptome unterdrückt und die Krankheit nicht geheilt.

Der DCI-P3-Farbraum
Lassen wir den Nachteil von Wide-Gamut-Monitoren mal außer Acht und beschäftigen uns mit dem Vorteil: dem größeren Farbraum. Normalerweise basieren Wide-Gamut-Monitore, wie eingangs erwähnt, auf dem AdobeRGB-Farbraum. Apple hat sich hingegen für den DCI-P3-Farbraum entschieden. Da in der Druckvorstufe oder Bildbearbeitung von diesem Farbraum jedoch nie die Rede ist, stellt sich die Frage, was man über ihn wissen sollte. Im Wesentlichen ist er dem AdobeRGB-Farbraum in Bezug auf Größe und Form sehr ähnlich. Er ist also auch deutlich größer als sRGB. Verwendet wird er vor allem als Ausgabefarbraum in der Filmindustrie, da er von den großen Studios entwickelt wurde, um den Gamut der digitalen Filmprojektoren zu beschreiben. Apple verwendet aber eine leicht modifizierte Version namens »Display P3«. Die Apple-Variante unterscheidet sich insofern von den DCI-Profile, als dass sie ein Gamma von 2,2 und nicht 2,6 (wie in den DCI-Spezifikationen vorgegeben) benutzen. Das hat in colorgemanagten Systemen aber keine nennenswerten Auswirkungen, da dies automatisch ausgeglichen wird. (Im Artikel Gamma und Gammakorrekturen erfährst du mehr darüber.)

AdobeRGB vs. DCI-P3

adobergb-vs-dcip3


Wie in diesen Plots aus ColorSync zu sehen, hat AdobeRGB (weißes Gitter) im Grün und Cyan deutlich mehr Farben. Hingegen ist DCI-P3 stärker im Orange- und Rot-Bereich. Hierzu muss man aber sagen, dass DCI-P3 mehr im Grün/Cyan verliert, als es im Rot/Orange gewinnt. Vergleicht man die beiden Farbräume mit CMYK-Ausgabefarbräumen wie ISO Coated v2, PSO LWC Standard oder PSO Uncoated fällt auf, dass AdobeRGB die Farbräume etwas besser umschließt.

Warum Apple also auf DCI-P3 setzt ist fraglich, da doch alle anderen Wide-Gamut-Monitore auch auf AdobeRGB ausgelegt sind und AdobeRGB sicherlich gebräuchlicher ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit ging es Apple aber gar nicht darum, den Monitor für Bildbearbeiter oder Fotografen attraktiver zu machen. Das Ziel war wahrscheinlich nur, ein Display zu verbauen, das brillantere Farben erzeugen kann.

Fazit zu Apples Wide-Gamut-Displays
Die Aufwertung der diversen Apple-Geräte ist für viele Nutzer sicherlich eine willkommene Neuerung. Wer auf eine korrekte Darstellung Wert legt, wird allerdings nur dann glücklich werden, wenn die verwendeten Programme colormanagementfähig sind. Ist man ausschließlich auf Programme angewiesen, die nicht colorgemanagt werden, kämpft man eventuell mit übersättigten Farben.

Beachten sollte man außerdem, dass alle Mac-Displays eine spiegelnde Glasoberfläche besitzen. Und das macht die Geräte als Hauptmonitor in der Druckvorstufe nicht gerade beliebt. Wer also bis jetzt einen externen Wide-Gamut-Monitor angeschlossen hat, wird trotz der neuen Panels einen externen Wide-Gamut-Monitor brauchen.

Fazit zu Wide-Gamut-Monitoren generell
In professionellen Umgebungen sind diese Geräte für die eingangs erwähnten Zwecke unverzichtbar. Darüber hinaus bieten sie noch weitere Vorteile wie zum Beispiel 10-Bit Farbtiefe. Von einem größeren Gamut profitiert man allerdings nur dann, wenn man diesen auch bewusst ausnutzt. Wer nur mit Kompaktkameras fotografiert, wird keine Vorteile erkennen können, da praktisch all diese Kameras auf sRGB begrenzt sind. Für geschätzte 98 % aller User hat ein Wide-Gamut-Monitor daher nur wenig bis gar keine Auswirkungen. Aber selbst mit professionellen Kameras profitiert sicherlich nicht jedes Bild von solch einem Monitor. Wer also nicht gerade in der Druckvorstufe arbeitet oder High-End-Bildretuschen macht, kann wohl problemlos auf diese teuren Geräte verzichten.


*Model Identifier: iMac17,1 und iMac16,2

**Auch das iPad Pro 9,7“ und das neue iPhone 7 sind nun mit einem Wide-Gamut-Display ausgestattet. Seit iOS 9.3 verfügt das Betriebssystem auch über mehr oder weniger dieselben Möglichkeiten wie das Colormanagement unter ColorSync am Mac – was auch zwingend notwendig ist, denn das iPad steht mit einem Wide-Gamut-Display natürlich vor derselben Herausforderung wie die Macs, in Bezug auf die Sättigung.


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InDesign Tipps, Tricks und Geekfacts #2

1. Colormanagement in den Farbfeldoptionen
Egal wie die Farbeinstellungen in InDesign konfiguriert sind, innerhalb der Farbfeldoptionen rechnet InDesign immer relativ farbmetrisch. Das kann zu einer fiesen Fehlerquelle werden, wenn man sich auf die ansonst globalen Farbeinstellungen verlässt. Hat also jemand in den Farbeinstellungen als Rendering Intent zum Beispiel perzeptiv gewählt, muss man die Farben über den Farbwähler konvertieren. Dort werden die Einstellungen berücksichtigt.

Bildschirmfoto 2016-06-15 um 18.06.48


2. Lockfile
InDesign erzeugt automatisch zu jeder geöffneten Datei ein sogenanntes Lockfile mit der Endung .idlk.

Bildschirmfoto 2014-01-26 um 22.27.31

Entgegen der gängigen Erklärung ist diese Datei jedoch nicht für die Recovery-Funktion verantwortlich. Allein die Dateigröße von konstanten 0 Byte sollte dies klar machen. Tatsächlich verhindert diese Lock-Datei, dass ein weiterer User die InDesign-Datei gleichzeitig öffnet und bearbeitet. Aufgrund des datenbankähnlichen Aufbaus der InDesign-Datei wäre das nämlich prinzipiell möglich. Allerdings bemerkte Adobe, dass die gleichzeitige Nutzung zu verschiedenen Problemen führte und implementierte daher dieses Lockfile. Hinweis: Wenn InDesign abstürzt, bleiben die erstellten Lockfiles weiterhin bestehen, da InDesign ja keine Möglichkeit mehr hat, sie zu löschen. Diese können bedenkenlos manuell gelöscht werden.

3. Dokumentpflege mit »Speichern unter«
Es gibt Dokumente an denen man über Tage oder Wochen arbeitet und die auch dementsprechend komplex bzw. groß sind. Bei genau solchen macht es Sinn, gelegentlich mittels »Speichern unter« aufzuräumen. Denn im Gegensatz zum einfachen Speichern wird die Dateistruktur hiermit gesäubert und die Datei somit auch meist deutlich kleiner. Technischer Hintergrund: Beim normalen Speichern werden Änderungen bloß am »Ende« der Datei angefügt. D.h. hat man am Anfang des Projekts ein Bild im Dokument platziert, wird dies in der Dateistruktur vermerkt, löscht man dieses im weiteren Verlauf, wird es nicht gänzlich aus der Dateistruktur entfernt, sondern nur ein Vermerk am Ende angefügt, der besagt, dass eben dieses Bild nicht mehr angezeigt werden soll. Die Datei wird daher nicht kleiner, im Gegenteil, sie wird sogar geringfügig größer, da der Vermerk ja nun mitgesichert wird. Beim »Speichern unter« wird die Struktur jedoch komplett neu geschrieben, sodass weder das alte Bild noch der Vermerk gespeichert werden. Durch das »Speichern unter« wird auch das Protokoll gelöscht, was zusätzlich auch Arbeitsspeicher freiräumen kann. Es genügt übrigens, wenn man die vorhandene Dabei beim erneuten Speichern überschreibt. Und damit man nicht jedes Mal mit der Maus oder dem Stift auf den Ersetzen-Button klicken muss, kann man das mit dem Shortcut Cmd+R beschleunigen.

4. »Original bearbeiten« öffnet das falsche Programm
Es kann vorkommen, dass Dateien über »Original bearbeiten« im Verknüpfungsfenster nicht mit dem Programm geöffnet werden, welches dafür eigentlich passend wäre. Dieses Verhalten kann man aber nicht direkt in InDesign ändern. Denn mit welchem Programm das Original geöffnet wird, erfragt InDesign beim Betriebssystem. Sollen beispielsweise JPEGs immer mit Photoshop geöffnet werden, muss man dies im Finder über das Informationsfenster (Cmd+I) eines JPEGs unter »Öffnen mit« entsprechend konfigurieren.

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Mehrere Gradationskurven zu einer zusammenfügen?

photoshop-80px
Kann man in Photoshop mehrere Gradationskurven zu nur einer zusammenfügen? Die Antwort lautet: Ja!

Wie das funktioniert, hat ursprünglich Martin Evening in seinem Artikel »How to express blend modes as curves« beschrieben. Da der Artikel nicht mehr online ist, beschreibe ich die Technik hier nochmal.

idee


Kurzer Überblick: Die Technik basiert auf der Idee, dass man eine unveränderte – also noch lineare – Kurve auch als Verlauf ausdrücken kann. Dieser Verlauf wird anschließend mit den Gradationskurven, die zusammengefasst werden sollen, bearbeitet. Im letzten Schritt wird der bearbeitete Verlauf wieder in eine Gradationskurve umgewandelt. Was dann überbleibt, ist eine Kurve, die alle getätigten Bearbeitungsschritte zusammenfasst.

Wie funktioniert dieses Verfahren genau?
1. Zunächst braucht man ein Dokument, welches exakt 256 Pixel breit und 1 Pixel hoch ist und einen Verlauf von Schwarz nach Weiß beinhaltet. Dabei muss jedes Pixel genau einen Wert von 0 bis 255 enthalten. Wie so oft in Photoshop führen viele Wege ans Ziel. Doch einen »sauberen Verlauf« zu erstellen, ist gar nicht so einfach. Daher bedienen wir uns hier am Photoshop-Raw-Format und an einem kleinen Trick: Man öffnet dazu den Gradationskurven-Dialog und stellt dabei auf den Bleistift um (siehe Screenshot). Ohne die Gradationskurve zu verändern, muss die Kurvenvorgabe nun als Amp-Datei gespeichert werden.

amp-speichern

2. Die so entstandene »Arbitrary-Map« muss man manuell in ein Photoshop-Raw-Dokument umwandeln. Dazu reicht es, die Dateiendung auf »raw« zu setzen.

datei-raw

Anschließend öffnet man diese Datei wieder mit Photoshop.

3. Nun öffnet sich das Photoshop-Raw-Optionen-Fenster. (Wer damit nicht vertraut ist, kann hier mehr darüber erfahren.) Wie im Punkt 1 schon erwähnt, muss das Bild 256 Pixel breit und 1 Pixel hoch sein. Die Anzahl der Kanäle lautet 1 (= Graustufen) und die Farbtiefe beträgt 8 Bit. Die Headergröße beträgt 0 KB.

Das hiermit entstandene Dokument besteht nun aus einem »sauberen« Verlauf von Schwarz nach Weiß (siehe Histogramm). Im Download-Bereich steht diese Datei auch zum Herunterladen bereit.

histogramm-verlauf


4. Nun kommt der spannende Teil: Alle Gradationskurven, die jetzt eingefügt oder erstellt werden, können anschließend als eine einzelne Kurve gespeichert werden. Denn die Änderungen spiegeln sich somit im bearbeiteten Verlauf wider.

curves-combined

Wie man in der Abbildung oben sieht, kann man nicht nur Gradationskurven zusammenfügen, sondern auch andere Einstellungsebenen zu einer Kurve kombinieren. Wichtig ist nur, dass die verwendeten Einstellungsebenen keine Informationen zwischen den Kanälen mischen. Was heißt das? Gradationskurven beeinflussen jeden Kanal einzeln, tauschen aber Informationen nicht zwischen den Kanälen aus. Im Gegensatz dazu mischt beispielsweise der Kanalmixer die Informationen der einzelnen Kanäle untereinander. Das lässt sich mit dieser Methode aber nicht abbilden, sodass der Kanalmixer nicht unterstützt wird. Die folgenden Einstellungsebenen lassen sich aber problemlos zu einer einzelnen Kurve zusammenfassen: Gradationskurve, Tonwertkorrektur, Farbbalance (ohne »Luminanz erhalten« ), Helligkeit/Kontrast, Invertieren und Belichtung.

5. Nachdem man alle Veränderungen vorgenommen hat, muss das Dokument auf die Hintergrundebene reduziert, gespeichert und wieder in eine Amp-Datei umbenannt werden.

6. Diese Kurvenvorgabe kann jetzt in Photoshop über den Gradationkurven-Dialog geladen werden.

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Quicktipp: Wacom Tablett-Einstellungen sichern

programm
Voreinstellungen zu sichern, spart Zeit. Ich sichere aber nicht nur meine Einstellungen und Vorgaben in den Adobe-Programmen, sondern auch die des Wacom-Tabletts. Allerdings ist die Möglichkeit dazu etwas versteckt. Denn anders als die Einstellungen selbst (die man in den Systemeinstellungen vornimmt) braucht man dazu das Wacom-Tablett-Dienstprogramm.
Dieses befindet sich unter Programme > Wacom Tablett > Wacom Tablett-Dienstprogramm.
einstellungen-sichern
Dort lassen sich alle Einstellungen als .wacomprefs-Datei sichern (und später auch wieder laden.)

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Photoshop Tipps, Tricks und Geekfacts #4

1. Die Pipette, das Machtzentrum von Photoshop?


aufnahmebereich

Der Aufnahmebereich des Pipetten-Werkzeug beeinflusst nicht nur die Messwerte der Pipette selbst, sondern auch wie Farben mit den folgenden Werkzeugen ausgewählt werden:

  • Zauberstab
  • Auswahl Farbbereich
  • Auswahl vergrößern/Ähnliches auswählen
  • Weißpunkt, Mitteltöne und Schwarzpunkt setzen in den Gradationskurven und Tonwertkorrektur
  • Farbe-ersetzen-Pipetten
  • Belichtung
  • Alle anderen Werkzeuge, die eine Pipette zur Verfügung stellen
Man sollte das immer im Hinterkopf behalten. Denn meist macht es Sinn, für die Bildbearbeitung den Aufnahmebereich auf mind. 3 x 3 Durchschnitt zu stellen. Unter Umständen kann das aber zu fehlerhaften Verhalten bei den oben genannten Werkzeugen führen. Daher immer vorher die Einstellungen der Pipette checken.

2. Plug-In-Filter?
Aufmerksame Benutzer werden vielleicht schon festgestellt haben, dass einige Filter beim Parametrieren nicht direkt auf das Dokument angewandt werden. Blendenflecke oder auch der Radiale Weichzeichner sind solche Filter. Die Vorschau begrenzt sich dann auf dieses kleine Fenster direkt im Filterdialog. Dieses Verhalten betrifft alle sogenannten Plug-In-Filter. Welche das sind, kann über Hilfe > Systeminformationen > Erforderliche Zusatzmodule eingesehen werden.

systeminfos-filter

3. Steintextur
Der Wolken- und der Relieffilter ergeben nacheinander angewandt eine Steintextur. Zu finden sind die Filter unter Renderfilter bzw. Stilisierungsfilter.


4. Photoshop-Einstellungen zurücksetzen
Jeder langjährige Photoshop-Benutzer hat sicherlich schon einmal aufgrund eines Fehlers den Tipp bekommen, die Einstellungen zurückzusetzen. Zur Erinnerung: Dazu muss man lediglich während dem Starten von Photoshop folgendes Tastaturkürzel drücken:

Cmd+Alt+Shift = Setzt die Voreinstellungen zurück.

Darüber hinaus können zur Fehlerbehebung auch noch diese zwei Kürzel hilfreich sein:

Cmd+Shift = Damit ist es möglich einen anderen Ordner für Plug-Ins zu wählen.
Cmd+Alt = Mit diesem Kürzel kann man das Arbeitsvolume neu festlegen.
(Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Photoshop nicht starten kann, weil zu wenig Platz auf dem derzeitigen Arbeitsvolume vorhanden ist.)

reset-prefs


Kein Angst beim Anwenden dieser Tastenkombinationen: Bei allen erscheint vor dem tatsächlichen Zurücksetzen noch ein Dialogfenster zum Bestätigen.

5. Interpolationsverfahren beim Frei transformieren?
Beim Ändern der Bildgröße fragt Photoshop nach dem Interpolationsverfahren. Doch welcher Algorithmus wird beim Frei-Transformieren-Werkzeug benutzt? Jener, der in den Voreinstellungen unter Allgemein definiert ist:

voreinstellung-interpolation

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Wie ändert man die Farbtemperatur eines Bildes?

Die einzig akkurate Möglichkeit die Farbtemperatur eines Bildes zu ändern, ist nur dann gegeben, wenn das Bild als Raw-Datei vorliegt. Diese Datei enthält die notwendigen Metadaten, um absolute Farbtemperaturkorrekturen vorzunehmen. Der technische Hintergrund: Aufgrund der mitgespeicherten Metadaten weiß Adobe Camera Raw (oder auch Lightroom), mit welchem Weißabgleich das Bild aufgenommen wurde. Da dem Programm somit die Quelle bekannt ist, kann auch ein absolutes Ziel angegeben werden (z.B. 5600 K):

temp_kelvin


Darüber hinaus verfügt Adobe Camera Raw über die Möglichkeit auf die linearen (Gamma 1,0) Daten zuzugreifen. Damit können Weißpunktanpassungen viel genauer vorgenommen werden.

Es besteht zwar auch die Möglichkeit, ein Nicht-RAW-File in ACR zu öffnen, allerdings sind damit nur relative Farbtemperaturkorrekturen möglich. Die Kelvin-Skala wird dann zu einer relativen Skala mit den Werten von –100 bis +100.

temp_relativ


Darüber hinaus können auch andere Werkzeuge für Farbtemperaturänderungen benutzt werden. Die Fotofilter-Einstellungsebene bietet dafür eine simple Möglichkeit. Zu beachten ist dabei jedoch, dass hiermit nur analoge, optische Filter reproduziert werden, ohne dass dabei ein direkter Bezug zur Farbtemperatur (in Kelvin) hergestellt wird.

Die ersten sechs Filter basieren übrigens auf echten Fotofiltern.

fotofilter


Die Warmfilter (85) und (81) und Kaltfilter (80) und (82) sind das digitale Equivalent der Wratten-Filter. Und die LBA- und LBB-Filter basieren auf Fuji-Filtern.

Der Warmfilter 85 und LBA kann dafür verwendet werden, wenn ein Bild außen aufgenommen wurde, die Kamera aber auf Innen oder Kunstlicht konfiguriert war. Der Kaltfilter 82 und LBB kann dann für den umgekehrten Fall benutzt werden.

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Hat AdobeRGB mehr Farben als sRGB?

Nein. Sehen wir uns an, warum das so ist:

Die Anzahl der Farben, die mit Farbräumen wie AdobeRGB, ProPhotoRGB oder sRGB codiert werden können, hängt einzig und allein von der Farbtiefe des Bildes ab. Ein 8-Bit-RGB-Bild kann daher immer, egal in welchem Farbraum, 16,7 Millionen Farben codieren. Handelt es sich um ein 16-Bit-Bild können 281 Billionen (!) Farben codiert werden.

Doch bei dieser riesigen Zahl wird schnell klar, dass es keinen Sinn mehr macht, von Farben zu sprechen. Denn wir Menschen sind nicht annähernd in der Lage, so viele Farben zu unterscheiden. Wir sind nicht einmal in der Lage, 16,7 Millionen Farben zu unterscheiden. Wie viele es tatsächlich sind, wurde noch nicht endgültig geklärt, aber wir bewegen uns hier zwischen 100.000 und 10 Millionen Farben.

Die oben erwähnten Zahlen sollte man also besser als Werte bezeichnen: 16,7 Millionen Werte kann ein 8-Bit-Bild codieren. Nun müssen wir aber den Begriff Farbe definieren:

Was ist Farbe eigentlich? Eine Farbe ist keine physikalische Eigenschaft sondern ein subjektiver Eindruck, der erst durch unsere Wahrnehmung im Gehirn entsteht. Man kann Farben also nicht einfach messen. Es gibt keine physikalische Einheit, die zeigt, wie unterschiedlich zwei Farben sind. Damit man eben diesen Unterschied – also den Farbabstand – messen kann, musste erst ein auf unserer Wahrnehmung basierendes Modell entwickelt werden. In den 1920er Jahren entstand daher der XYZ-Farbraum. Dieser war aber aus mehreren Gründen nicht ideal, sodass wir heute das LAB-System zur Farbmessung verwenden. Der LAB-Farbraum umfasst alle wahrnehmbaren Farben und wurde zudem gleichabständig konzipiert. Das heißt: Die visuellen und numerischen Farbabstände entsprechen sich. LAB ist in dieser Hinsicht zwar nicht perfekt, aber deutlich gleichmäßiger als zum Beispiel XYZ und natürlich alle anderen RGB- oder CMYK-Modelle.

Der empfundene Unterschied bzw. Farbabstand kann also mithilfe des LAB-Modells gemessen werden und wird in Delta E* angegeben. (Das E steht für Empfindung und wurde vom Physiker Deane B. Judd eingeführt.) Wenn der Unterscheid zweier Farben weniger als 1 Delta E beträgt, kann das durchschnittliche menschliche Auge keinen Unterschied erkennen. (Das Delta E kann hier berechnet werden.)

Doch zurück zu den RGB-Werten: Jedem RGB-Wert ist auch ein gewisser LAB-Wert zugeordnet. Doch hier ist der springende Punkt: Es kann durchaus sein, dass zwei oder mehrere RGB-Werte dem selben LAB-Wert zugeordnet sind.

lab-werte
Das Farbaufnahmewerkzeug zeigt wie zwei unterschiedliche RGB-Werte einer LAB-Farbe zugeordnet werden.


Im Screenshot oben sehen wir wie beide RGB-Werte 107/195/255 und 108/195/255 dem LAB-Wert 75|-14|-38 entsprechen. Wir haben es also mit zwei RGB-Werten zu tun, aber mit nur einer Farbe. Somit ist klar, dass ein Farbraum, der zwar 16,7 Millionen Werte codieren kann, nicht zwangsweise 16,7 Millionen unterscheidbare Farben aufweisen muss. Die eingangs gestellte Frage müsste also lauten:

Hat AdobeRGB mehr für das menschliche Auge unterscheidbare Farben als sRGB?

Darauf ist die Antwort ganz klar Ja. Denn der wesentliche Unterschied beider Farbräume ist deren Skalierung. AdobeRGB besitzt einen größeren Gamut, daher sind auch die Abstände zwischen den 16,7 Millionen Farben größer. In der Abbildung unten ist beispielhaft eingezeichnet, dass der Abstand zwischen zwei AdobeRGB-Farben 1 Delta E beträgt. D.h. wir können jede einzelne Farbe unterscheiden. Im sRGB-Farbraum verteilen sich aber auf viel kleinerem Raum genauso viele Werte. Der Abstand zwischen den Farben ist also kleiner als 1 Delta E. Hier im Beispiel beträgt er schemenhaft 0,5 Delta E. Das heißt jedoch, dass die Hälfte der Farben für uns nicht erkennbar sind, weil sie sich zu wenig von ihren Nachbarn unterscheiden. Folglich können wir im AdobeRGB-Farbraum mehr Farben unterscheiden.

vergleich-sRGB-adobeRGB-2

AdobeRGB verteilt die Werte also auf eine größere Fläche – auf einen größeren Gamut, genauer gesagt. Der Gamut bezeichnet, wenn man so will, den Umfang des »Sortiments« an Farben, nicht aber die Anzahl. Diese kann nur von der Farbtiefe spezifiziert werden.

Eine Analogie hilft vielleicht dabei, das Ganze nochmal zu verdeutlichen: Stellen wir uns vor, wir haben zwei Buntstift-Boxen. Die AdobeRGB-Box hat 30 Buntstifte von Gelb über Grün und Blau bis Rot. Die sRGB-Box hat auch 30 Buntstifte, allerdings nur 30 verschiedene Gelbtöne. Welche der beiden Boxen hat nun mehr Farben?

Fazit
AdobeRGB hat das Potential mehr vom Menschen unterscheidbare Farben darzustellen als der sRGB-Farbraum. Ob ein Bild davon tatsächlich Gebrauch macht, ist jedoch eine andere Frage.

Hinweise
1. Das Colormanagement-Programm ColorThink Pro kann mithilfe des Befehls »Extract Unique Color Values« alle Farben eines Bildes auflisten. Hier werden aber die numerisch unterscheidbaren Farbwerte ausgewertet und nicht die vom Menschen unterscheidbaren Farben.

ColorThink Extract Unique Color Values

2. AdobeRGB oder auch sRGB sind bloß Räume, die – abgesehen von Primärvalenzen, Weißpunkt etc. – keine Informationen beinhalten. Ohne einen Pixel, gibt es auch keine Farbinformationen. Daraus folgt, dass ein Bild mit weniger als 16,7 Millionen Pixel auch nicht alle Farben beinhalten kann, die mit 8 Bit theoretisch dargestellt werden können.

*Das Delta E ist die gedachte Linie zwischen zwei Punkten im LAB-Farbraum:

delta-e


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Konfigurationshilfe für Photoshop, InDesign, Illustrator und mehr (Mac OS X)

Adobe-Programme bieten dem Benutzer die Möglichkeit, viele Einstellungen und Vorgaben im Front-End der Anwendung zu speichern. In den meisten Fällen, wie beispielsweise beim Speichern von Gradationskurven, stellt Photoshop dann ein Finderfenster bereit, sodass man den Speicherort frei wählen kann. Es gibt jedoch auch Einstellungen, wie zum Beispiel den Arbeitsbereich, wo man beim Speichern nicht sofort sehen kann, wo die dazugehörige Datei im Back-End der Anwendung abgelegt wird. Die folgende Liste beinhaltet einige dieser Speicherorte und dient als Zusammenfassung, der hier im Blog erwähnten Einstellungen und Vorgaben.

Hinweise:

  1. Viele der hier genannten Ordner entstehen erst nach dem ersten Öffnen des Programms. Andere werden sogar erst dann erzeugt, wenn tatsächlich eine Einstellung gespeichert wird. Will man beispielsweise nach dem Neuaufsetzen die Arbeitsbereiche in den passenden Ordner ablegen, wird dieser noch nicht existieren. In so einem Fall muss man den Ordner einfach manuell erzeugen.
  2. Seit Mac OS X 10.7. versteckt Apple die User-Library. Mit diesem Terminalbefehl kann man sie wieder permanent einblenden.
  3. Vorsicht bei den Einstellungen, die im Programmpaket abgelegt werden – nach einem Update sind diese mit großer Wahrscheinlichkeit weg. Zur Sicherheit sollten diese Einstellungsdateien auch an einem anderen Ort gespeichert werden.

photoshop-header

Aktionen
(Mehr Infos zum Speichern von Aktionen gibt's hier.)
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe Photoshop XX Settings > Actions Pallete.psp.

Arbeitsbereich
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe Photoshop XX Settings > WorkSpaces

Menüs
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Adobe Photoshop XX > Presets > Menu Customization

Pantone-Farbbibliotheken
(Mehr Infos dazu gibt's hier.)
Macintosh HD > Programme > Adobe Photoshop XX > Presets > Color Books

Skripte
Macintosh HD > Programme > Adobe Photoshop XX > Presets > Scripts

Tastaturkürzel
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Adobe Photoshop XX > Presets > Keyboard Shortcuts

indesign-header

Arbeitsbereich
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe InDesign > Version XX > de_DE > Workspaces

PDF-Einstellungen
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Adobe PDF > Settings

Geschützte PDF-Einstellungen
(Was geschützte PDF-Einstellungen sind, erfährst du hier.)
CC2015: Macintosh HD > Programme > Adobe InDesign CC 2015 > Resources > Adobe PDF > settings > mul
CC2014: Macintosh HD > Programme > Adobe InDesign CC 2014 > Kontextmenü »Paketinhalt anzeigen« > Contents > MacOS > Resources > Adobe PDF > settings > mul
CS6: Macintosh HD > Library > Application Support > Adobe > Adobe PDF > Settings

Pantone-Farbbibliotheken
Macintosh HD > Programme > Adobe InDesign XX > Presets > Swatch Libraries

Skripte
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe InDesign > Version XX > de_DE > Scripts > Scripts Panel (oder Startup Scripts)

Tastaturkürzel
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe InDesign > Version XX > de_DE > InDesign Shortcut Sets

illustrator-header

Arbeitsbereich
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe Illustrator XX Settings > de_DE > Arbeitsbereiche

Pantone-Farbbibliotheken
CC2015: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator XX > Presets > de_DE > Farbfelder (optional: > Farbtafeln)
CC2014: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator XX > Presets > de_DE > Farbfelder (optional: > Farbtafeln)
CS6: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator XX > Vorgaben > de_DE > Farbfelder (optional: > Farbtafeln)

PDF-Einstellungen
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Adobe PDF > Settings

Geschützte PDF-Einstellungen
(Was geschützte PDF-Einstellungen sind, erfährst du hier.)
CC2015: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator CC 2015 > Kontextmenü »Paketinhalt anzeigen« > Contents > Required > pdfsettings > settings > mul > settings
CC2014: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator CC 2014 > Kontextmenü »Paketinhalt anzeigen« > Required > pdfsettings > settings > mul > settings
CS6: Macintosh HD > Library > Application Support > Adobe > Adobe PDF > Settings

Skripte
CC2015: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator CC 2015 > Presets > de_DE > Skripten
CC2014: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator CC 2014 > Presets > de_DE > Skripten
CS6: Macintosh HD > Programme > Adobe Illustrator CS6 > Vorgaben > de_DE > Skripten

Startup-Profile
(Mehr Infos zur Startup-Profilen gibt's hier.)
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Adobe Illustrator XX > de_DE > New Document Profiles

Symbole
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Tastaturkürzel
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe Illustrator XX Settings > de_DE > Dateiname.kys

Voreinstellungen
(Mehr Infos zur Voreinstellungsdatei von Illustrator gibt's hier.)
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Preferences > Adobe Illustrator XX Settings > de_DE > Adobe Illustrator Prefs

bridge-header

Arbeitsbereich
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Bridge XX > WorkSpaces

Farbeinstellungen
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Color > Settings

Sammlungen
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Bridge XX > Collections

acrobat-header

Skripte
Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Acrobat > Version > JavaScripts

allgemein-header

Farbprofile
(Mehr Infos zur Organisation von Farbprofilen gibt's hier.)
Macintosh HD > Library > Application Support > Adobe > Color > Profiles > Recommended

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»Der Gradationskurven-Streit« oder Dan Margulis, Thomas Knoll und die Sättigung

Photoshop
Eine kontraststeigernde Master-Curve-Gradationskurve führt in Photoshop zwangsweise zu einem gesättigteren Bild. Das ist nicht immer gewünscht und viele Anweder wundern sich darüber. Die Frage ist daher: Soll das so sein? Die Anwort darauf lautet: Ja!

s-kurve
»Master-Curve« nennt man die Kurve, die alle drei bzw. vier Kanäle gleichzeitig bearbeitet.


Allerdings waren sich zu diesem Thema zwei prominente Photoshopper uneins. Die Rede ist von Autor Dan Margulis und niemand geringerem als Photoshop-Erfinder Thomas Knoll.

Dan Margulis war (oder ist) der Meinung, dass Gradationskurven im RGB-Farbraum den Farbton und die Sättigung eines Bildes zerstören. Er rät daher in diesem Zusammenhang zur Nutzung von LAB. Damit kann die Gradationskurve dann nur im L-Kanal angewandt werden, sodass Farbton und Sättigung unverändert bleiben.
Thomas Knoll meint allerdings, dass das Modifizieren des Kontrasts die Sättigung verändern soll. Dieses Thema wurde 2007 in vielen Foren wochenlang diskutiert und führt auch heute noch zu Diskussionen. Fakt ist, dass Thomas Knoll Master-Curve-Einstellungen so entwickelt hat, dass die Sättigung davon beeinflusst wird. Er sagte dazu einmal, dass es sogar einfacher wäre, Gradationskurven ohne diesen »saturation boost« zu programmieren, aber er hat sich dazu entschlossen, da dies in den meisten Fällen zu optisch ansprechenderen Ergebnissen führt.

Die Lösung
Im Grunde ist diese Diskussion aber etwas bizarr, da man dieses Verhalten auch im RGB-Modus bei Bedarf ganz leicht verändern kann: Man muss dazu nur die Gradationskurven-Einstellungsebene auf die Füllmethode »Luminanz« stellen bzw. die Gradationskurve über Bearbeiten > Verblassen > Luminanz dementsprechend anpassen. Somit wirkt sich die Gradationskurve eben nur noch auf die Luminanz des Bildes aus. Das Ergebnis entspricht zwar nicht exakt der von Dan Margulis empfohlenen Alternative über den LAB-Farbraum, reicht aber für den Zweck vollkommen und hat den großen Vorteil das man den RGB-Farbraum nicht verlassen muss.

Lightroom und Camera Raw
All das trifft auch auf Lightroom und Adobe Camera Raw zu. Allerdings haben beide dennoch eine Eigenheit in Bezug auf Gradationskurven, die sie von Photoshop unterscheiden. Gradationskurven sind dort nämlich »hue-protected«. D.h. der Farbton wird geschützt, während er in Photoshop eben durchaus verändert werden kann. In der Leseprobe zu dem Buch »The Adobe Photoshop Lightroom Book« von Martin Evening wird den Unterschied sehr detailliert erklärt. Hier ein kleiner Auszug:

But Lightroom/Camera Raw curves do work slightly differently from Photoshop curves and this is because Lightroom curves have a hue lock. This means that when Lightroom maps the RGB values from the before state to the Tone Curve state, it will map the minimum and maximum RGB values (in the linear Lightroom RGB workspace) allowing the hue to vary. But when mapping the middle RGB value, the hue is preserved. Photoshop curves meanwhile have no hue lock and therefore when you apply a strong curve adjustment in Photoshop the hue values can shift quite a bit from the original before values. This in turn can lead to some noticeable color shifts in the processed image. Lightroom/ACR curves do also produce hue shifts, but these are more tightly controlled so that what hue shifts there are, are usually within plus or minus 3°. As I said, Tone Curves in Lightroom that increase the contrast, will boost the saturation, but from the conclusions I draw later, Lightroom/ACR tone curves are on average about 1–2% less contrasty than curves that are applied via Photoshop in the Normal blend mode. In practice this means that Lightroom tone curve adjustments will have smaller hue shifts and the colors are represented better.



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Wann und womit werden Photoshop-Dokumente (PSDs und PSBs) komprimiert?

Warum sollte man das überhaupt wissen wollen? Die Antwort ist simpel: Das Wissen darüber hilft dabei, die Performance von Photoshop zu verbessern – oder besser gesagt, den eigenen Workflow zu verbessern. Denn die Komprimierung ist bei großen Dateien immer ein Performancekiller. Es ist daher gut zu wissen, wie man sie umgehen kann.

Grundlagen
Photoshop-Dateien (PSDs und PSBs) bestehen aus zwei Teilen: den Ebenendaten und den Composite-Daten. Die Ebenendaten bestehen – wie der Name schon sagt – aus den Ebenen, Ebenenmasken, Smart-Objekten, Einstellungsebenen etc. Die Composite-Daten beinhalten ein zusammengerechnetes (Composite-)Bild der Ebenendaten. Dieses zusammengerechnete Bild wird einerseits gespeichert, um die Rückwärtskompatibilität zu garantieren und andererseits damit Photoshop-Dokumente in anderen Programmen platziert werden können.

Das Composite-Bild wird aber nur dann gespeichert, wenn man dies ausdrücklich verlangt: Standardmäßig fragt Photoshop bei jedem Speichervorgang nach, ob die »Kompatibilität des Photoshop-Dokuments maximiert werden soll«, was so viel bedeutet wie, ob ein Composite-Bild mitgespeichert werden soll. Man kann das Maximieren der Kompatibiliät in den Voreinstellungen unter Dateihandhabung aber auch für immer aktivieren oder deaktivieren:

einstellungen-kompatibilitaet
Beinhaltet ein Dokument nur die Hintergrundebene, wird natürlich kein extra Composite-Bild gespeichert.

Komprimierung

Diese zwei Teile des Photoshop-Dokuments werden unter Umständen mit unterschiedlichen Verfahren komprimiert. Die Composite-Daten können nur RLE oder gar nicht komprimiert werden. Andere Komprimierungsverfahren kommen aufgrund der eventuellen Inkompatibilität mit anderen Programmen nicht in Frage. Bei den Ebenendaten, die ja nur in Photoshop (bzw. Adobe-Programmen) gelesen werden müssen, sieht die Sache anders aus: Hier wird auch die ZIP/Flate-Komprimierung eingesetzt.

compression-photoshop


Die RLE-Komprimierung kann wiederum nur bei 8-Bit-Dokumenten eingesetzt werden. Denn 16-Bit-Dokumente werden mit RLE-Komprimierung eher größer als kleiner. 16-Bit-PSDs oder PSBs mit nur einer Hintergrundebene werden daher gar nicht komprimiert, da die ZIP/Flate-Komprimierung ja aufgrund der Kompatibilität auch ausscheidet.

PSDs und PSBs mit mehreren Ebenen werden im 16- und 32-Bit-Modus standardmäßig mit ZIP/Flate komprimiert. Wie eingangs beschrieben, kann das aber eine große Bremse sein. *Photoshop bietet in den Voreinstellungen daher die Option »Komprimierung von PSD- und PSB-Dateien deaktivieren«. Diese Funktion ist seit CS6 verfügbar. In Photoshop CS5 kann man sie mit dem Plugin »DissallowFlateCompressionPSD« nachreichen.

Hinweis: Obwohl Smart-Objekte vollwertige PSB-Dokumente sind, unterscheiden sie sich in einem Punkt von Benutzer-generierten PSB-Dokumenten: Auf den Composite-Teil wird bei Ihnen aus Platzgründen immer verzichtet.
Lloyd Chambers von macperformanceguide.com hat in seinem Artikel Testergebnisse zur Geschwindigkeit ohne Komprimierung veröffentlicht. Auf den von ihm erwähnten Geschwindigkeitsgewinn um den Faktor 20 bin ich zwar nicht gekommen, aber bei meinen eigenen Tests war das Speichern im Durchschnitt rund 5–6 Mal schneller als mit Komprimierung. Die Dateien wurden dabei um durchschnittlich 70% größer.

Weiterführendes
Wer das Komprimierungsverfahren in jeder Situation selbst bestimmen will, kann natürlich auch zum TIFF greifen. Mehr darüber findest du in meinem Aritkel über die TIFF-Speicheroptionen.

Was ist ZIP/Flate? Flate ist ein Algorithmus der ursprünglich für das ZIP-Format entwickelt wurde. Flate zählt zu den verlustfreien, asymmetrischen Kompressionmethoden und basiert heute auf der freien zlib/deflate-Library.

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Photoshop Tipps, Tricks und Geekfacts #3

1. Deckkraft vs. Fläche

Photoshop bietet im Ebenenbedienfeld mit »Deckkraft« und »Fläche« zwei verschiedene Möglichkeiten, die Deckkraft der Ebenen einzustellen. Doch worin unterscheiden sich diese?

Ebenen


Ebenenstile
Wenn Ebenen mit einem Ebenenstil versehen sind und man verringert die Deckkraft mittels Deckkraft-Regler, wird die Ebene samt Ebenenstil transparent. Benutzt man jedoch den Fläche-Regler werden lediglich die tatsächlich auf der Ebene vorhandenen Pixel transparent, während die darauf angewandten (und somit »live« erzeugten) Ebenenstile in ihrer vollen Deckkraft erhalten bleiben.

Special 8
Dieser Punkt ist etwas spezieller, vor allem, weil er auf den ersten Blick kaum auffällt. Es gibt 8 Füllmethoden (Farbig nachbelichten, Linear nachbelichten, Farbig abwedeln, Linear abwedeln, Strahlendes Licht, Lineares Licht, Hart mischen und Differenz), bei denen es einen Unterschied macht, ob man die Deckkraft mit dem Deckkraft- oder Fläche-Regler reduziert. Robert Thomas von photoblogstop.com nennt diese Füllmethoden die »Special 8«.

Wodurch entsteht dieser Unterschied? Füllmethoden sind nichts Weiteres als mathematische Formeln, die den Wert der einen Ebene mit dem Wert der anderen Ebene verrechnen. Nun ist es so, dass bei der normalen Deckkraft zuerst die Füllmethode berechnet wird und anschließend die Deckkraft angewandt wird, während bei der Flächen-Deckkraft der umgekehrte Weg gegangen wird. Bei vielen Formeln hat das keine Auswirkung, bei diesen »Special 8« aber eben schon.

Hier noch der mathematische Vergleich am Beispiel von Linear Abwedeln. Die allgemeine Fomel von dieser Füllmethode ist denkbar einfach: A + B. Das heißt Farbwert der unteren Ebene + Farbwert der oberen Ebene. Wir nehmen als Beispiel noch eine Deckkraft bzw. Fläche von 50%. Daraus ergibt sich für den normalen Deckkraft-Regler: (A + B) * 0,5 und für den Fläche-Regler: (B * 0,5) + A

Eingesetzt wird daraus: (128+255) * 0,5 = 192 im Gegensatz zu: (255 * 0,5) + 128 = 255

Eins noch: Dieser Unterschied besteht nur im 8- und 16-Bit-Modus.

2. Arbeitet Photoshop intern immer mit LAB?

Nein. Photoshop arbeitet in der Regel in dem Farbraum des Dokuments. Ein CMYK-Dokument wird daher mit CMYK-Werten berechnet und geht nicht zwingend den Weg über LAB oder einen anderen Farbraum. Das wäre erstens ein Performance-Killer und würde auch unnötig viele Rundungsfehler verursachen. Es gibt jedoch Ausnahmen: Die Einstellungsebene »Fotofilter« benutzt beispielsweise immer XYZ als Berechnungsfarbraum. »HDR-Tonung« und »Gleiche Farbe« benutzen wiederum LAB.

3. Fotofilter

Die Einstellungsebene Fotofilter gleicht in keinster Weise einer einfachen Farbfüllung in der Füllmethode Farbe (oder einem ähnlichen Konstrukt). Der Fotofilter berechnet die Korrekturen mit einem eigenen Algorithmus im Farbraum XYZ und wandelt die resultierenden Werte dann wieder in den Dokumentfarbraum um. Dadurch können die echten physischen Filter besser simuliert werden. Wer also Wert auf Authentizität legt, sollte zum Fotofilter greifen. Dennoch: Da die Spektraldaten beim Anwenden des Filters nicht mehr vorhanden sind, sondern nur noch drei Farbkanäle, wird der Filter nie exakt einem physischen Fotofilter entsprechen können.

4. Konvertierungsoptionen

In den Farbeinstellungen können unter anderem die Konvertierungsoptionen voreingestellt werden. Auf diese greift Photoshop aber nur bei einer Farbraumtransformation über die Funktion Bild > Modus zu. Der Dialog In Profil konvertieren verwendet natürlich die direkt eingestellten Optionen.

konvertierungsoptionen

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Wie installiert man Adobe PDF-Vorgaben (Joboptions) in InDesign?

Zunächst klingt diese Frage trivial, doch der Schein trügt, denn es gibt verschiedene Installationsvarianten mit unterschiedlichen Auswirkungen:

front-end


Einerseits lassen sich über Datei > Adobe PDF-Vorgaben > Definieren … Export-Einstellungen über das Front-End von InDesign laden (siehe Screenshot oben). Das entspricht dem Kopieren der Joboptions-Datei in den Ordner: Macintosh HD > Benutzer > Name > Library > Application Support > Adobe > Adobe PDF > Settings

Ob man die Dateien direkt in diesen Ordner ablegt oder über das genannte Menü lädt, macht keinen Unterschied. Die Einstellungen erscheinen beim PDF-Export dann so im Drop-Down-Menü:

user-einstellungen
Diese Einstellungen stehen nur dem angemeldeten Benutzer zur Verfügung.


Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die Export-Einstellungen als geschützte Einstellungen zu installieren. Zu erkennen sind diese an den eckigen Klammern:

geschuetzte-einstellungen
Diese Einstellungen stehen allen Benutzern zur Verfügung.


Bis inkl. CS6 mussten die Dateien dazu nur unter folgenden Ordner abgelegt werden:
Macintosh HD > Library > Application Support > Adobe > Adobe PDF > Settings

Seit CC ist das jedoch nicht mehr möglich, da InDesign auf diesen Ordner nicht mehr zugreift. (Der Grund für diese Umstellung ist das von Apple eingeführte Sandboxing, welches für mehr Sicherheit sorgt, da es Programme den Zugriff auf Systembestandteile verbietet.) Die Einstellungen müssen daher nun hier abgelegt werden:

Macintosh HD > Programme > Adobe InDesign CC 2014 > Kontextmenü »Paketinhalt anzeigen« > Contents > MacOS > Resources > Adobe PDF > settings > mul

Mit InDesign CC 2015 hat sich dieser Ordner noch einmal geändert:

Macintosh HD > Programme > Adobe InDesign CC 2015 > Resources > Adobe PDF > settings > mul

Fazit
Für private Zwecke reicht es meist vollkommen, wenn die Einstellungen über das Front-End von InDesign installiert werden. Sollen jedoch viele Anwender mit den gleichen Einstellungen arbeiten, ist es sinnvoll, wenn diese nicht verändert werden können. In diesem Fall führt kein Weg an der Verteilung über das Back-End vorbei.

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Vorsicht mit InDesigns Druckfarbenmanager

Der Druckfarbenmanager scheint ein Problem mit der Umwandlung von Volltonfarben in Prozessfarben zu haben. Versucht man beim PDF-Export mittels Druckfarbenmanager Pantone-Farben in CMYK umzuwandeln, erhält man falsche Ergebnisse. Die resultierende Farbe ist in der Regel viel zu grau. Das Problem tritt immer dann auf, wenn der Farbton der Volltonfarbe nicht 100% ist.

Ein Beispiel: Im ersten Test habe ich die Volltonfarbe Pantone 7652 C mit dem Druckfarbenmanager umgewandelt. Im zweiten Test habe ich die Farbe schon vor dem Export direkt in den Farbfeldoptionen in eine Prozessfarbe konvertiert. Diese Variante erzielt, wie man hier sehen kann, deutlich bessere Ergebnisse:

vergleich-volltonfarben


In der Regel macht es zwar keinen Sinn Volltonfarben einzubauen, um sie dann wieder in Prozessfarben umzuwandeln. Vorsicht ist aber beispielsweise geboten, wenn Fremd-PDFs mit Volltonfarben in ein InDesign-Dokument eingepflegt werden und diese dann gesammelt bei der PDF-Ausgabe konvertiert werden sollen.

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Gamma und die Adobe Color Engine

Die Adobe Color Engine, kurz ACE, ist das von Thomas Knoll entwickelte Color Matching Module, welches in den Adobe-Programmen sowohl unter Windows als auch am Mac zum Einsatz kommt. In Bezug auf das Gamma hat die ACE aber eine Eigenheit, die für Anwender im High-End-Bereich interessant sein kann.

Normalerweise ist es so, dass die Wiedergabekurven von RGB-Profilen mit einer Gammafunktion definiert sind. AdobeRGB hat beispielsweise ein Gamma von 2,2. Es handelt sich also um eine Potenzfunktion mit dem Exponenten 1/2,2. Es gibt jedoch auch denn Fall, dass Wiedergabekurven nicht mit einem Gammawert – also mathematisch – spezifiziert sind, sondern durch Punkte. Die Wiedergabekurve von sRGB ist dazu wohl das berühmteste Beispiel. Sie entspricht zwar über weite Teile einem Gamma von etwa 2,4, hat aber zu Beginn ein lineares Segment, welches für eine bessere Zeichnung in den Schattenpartien sorgt.

unterschied-TRC
Mit ColorSync kann man den Unterschied zwischen den beiden Wiedergabekurven erkennen.


Wer nun aber glaubt, dass Photoshop und alle anderen Adobe-Programme, die die ACE nutzen, beim AdobeRGB die reine Gammafunktion auswerten, der irrt. Denn die Adobe Color Engine fügt bei der Nutzung jedem ICC-Profil, dessen Wiedergabekurve über eine Gammafunktion definiert ist, automatisch ein lineares Segment hinzu. (So wie es bei sRGB schon direkt im Profil hinterlegt ist.) Das ist vor allem der Bildqualität zuträglich.

Darüber hinaus schreibt Chris Cox:

Yes, we use the slope limit of 1/32 even when the profile gives a single number gamma value. Not doing that would cause too many problems whenever you need to invert the gamma table.


Im Dokument »Adobe® RGB (1998) Color Image Encoding« findet sich dazu auf Seite 20 noch folgender Hinweis:

linear-slope-adobe
Quelle: https://www.adobe.com/digitalimag/pdfs/AdobeRGB1998.pdf

Wann ist diese Information wichtig?
Im Wesentlichen bestätigt sie bloß den alten Grundsatz, dass innerhalb eines Worfklows bloß ein Color Matching Module verwendet werden sollte. Andernfalls kann es zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. (Ein Unterschied durch die hier beschriebene Eigenheit wird allerdings mit bloßem Auge kaum erkennbar sein. Wie gesagt, es handelt sich hier um absolute High-End-Ansprüche.) Darüber hinaus hilft die Information aber eventuell auch bei der Fehlersuche. Im professionellen Umfeld wird viel mit Colormanagement gearbeitet. Um gewisse Workflows einzurichten, muss man dazu meist einige Tests durchführen. Wenn Ergebnisse dann nicht den Erwartungen entsprechen hat man hiermit einen Anhaltspunkt mehr. So bin zumindest ich darauf gestoßen …


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InDesign Tipps, Tricks und Geekfacts #1

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1. Programmsprache von InDesign CS6 und CC ändern
Um die Programmsprache von Adobe InDesign zu wechseln, müssen lediglich zwei Ordner umbenannt werden. Beide sind standardmäßig mit dem deutschen Sprachencode »de_DE« benannt. Werden diese jedoch beispielsweise in en_US umbenannt, startet InDesign auf Englisch. Die zwei Ordner befinden sich im Programme-Ordner unter: Adobe InDesign > Presets > InDesign Shortcut Sets und InDesign Workspaces.

2. Alphabetische Menüs

Bei gedrückter CMD-Alt-Shift-Taste und dem Klick auf ein Menü, wird das entsprechende Menü alphabetisch, anstatt thematisch sortiert, angezeigt.

normal-vs-alphabet

3. Proportional transformieren

proportional-skalieren
Wenn man proportional transformieren will, muss man die kleine Kette nicht dauerhaft aktivieren. Es reicht, wenn man beim Bestätigen des ersten Wertes, zusätzlich zur Enter-Taste die CMD-Taste drückt.

4. Multiplizieren zweier Volltonfarbflächen


indesign-multiplizieren

Platziert man in InDesign zwei Farbflächen übereinander, die mit der gleichen Volltonfarbe gefüllt sind, und stellt sie auf »Multiplizieren«, wird die überlappende Fläche dunkler. Das ist etwa das gleiche Verhalten, wie man es von 2 Prozessfarben erwarten würde. Cyan multipliziert mit Magenta wird immer dunkler als eine der beiden einzelnen Farben. Dennoch ist die Anzeige im Falle der Volltonfarbe falsch. Denn eine Volltonfarbe, die die gleiche Volltonfarbe überdruckt/multipliziert, kann nicht in einer dunkleren Farbe resultieren. Wichtig ist es beim Arbeiten mit Volltonfarben daher, immer die Überdruckenvorschau bzw. Separationsvorschau zu aktivieren. Damit wird eine korrekte Ansicht erzwungen.

Letztlich ist das der gleiche Fall, wie wenn zwei gleiche Prozessfarben überdrucken oder multiplizieren: Auch hier kann und darf sich das Aussehen nicht ändern. Der Unterschied ist aber, dass InDesign bei Prozessfarben auch ohne Überdruckenvorschau richtig arbeitet.

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Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven

Jede Änderung, die sich mit einer Tonwertkorrektur vornehmen lässt, kann auch mit den Gradationskurven realisiert werden. (Umgekehrt gilt das nicht.) Doch welche Regler bewirken dieselbe Änderung? Die folgende Grafik gibt darauf eine Antwort:
tonwert-vs-gradation-blog
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Abstand zwischen Ebenen gleichmäßig verteilen

Obwohl sich InDesign, Illustrator und Photoshop über die Jahre immer ähnlicher wurden und es heute deutliche Überschneidungspunkte gibt, sind manche »Basis-Funktionen« noch immer nicht in jedem Programm enthalten. Ein solches Beispiel ist die fehlende Möglichkeit, in Photoshop Abstände gleichmäßig zu verteilen.

In der klassischen Bildbearbeitung ist das zwar auch selten gefragt, aber es wundert dennoch, da Photoshop in letzter Zeit immer stärker für Web- und UI/UX-Designer vermarktet wird. Und gerade für diese Zielgruppen, ist es hilfreich, Abstände zwischen mehreren unterschiedlich großen Objekten gleichmäßig zu verteilen.

unterschied-verteilung

Da Photoshop diese Funktion bis dato nicht mitbringt, ist die Lösung hierfür ein Script. Trevor Morris hat mit seinen beiden Scripts »Distribute Layer Spacing Vertical« und »Distribute Layer Spacing Horizontal« genau diese Funktion nachgebaut und ergänzt damit die von Photoshop bereitgestellte Funktion »Um horizontale Mittelachse verteilen«.

screenshot-website

Mit den Scripts können Ebenen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Gruppen ausgerichtet werden.

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Mischt Photoshop Farben falsch?

photoshop-80px
Einleitung
Dieses Thema setzt ein gewisses Grundwissen über die Gammacodierung voraus. Wer will, kann sein Wissen daher in meinem Artikel »Gamma und Gammakorrekturen verstehen« auffrischen.

Gammacodierung vs. lineare Codierung
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Photoshop RGB-Farben mischen kann: unter Berücksichtigung des im Dokument definierten Gammas oder mit einem linearen Gamma (auch Gamma 1,0).

Sehen wir uns zunächst an, wie Photoshop mit den Standardeinstellungen arbeitet, also unter Berücksichtigung des Dokument-Gammas:

Die meisten Anwender kennen wahrscheinlich solche Ergebnisse, wie sie zum Beispiel beim Weichzeichnen oder beim Malen mit weichen Pinselspitzen entstehen:

example-gamma-encoded-mixing


Ich spreche von den dunklen Stellen, die beim Mischen von zwei Farben entstehen. Diese sehen im ersten Augenblick nicht unbedingt so aus, wie wir sie erwarten würden. Doch warum ist das so?

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Neutrales Tiefschwarz (mit Photoshop ermitteln)

Das Tiefschwarz bezeichnet in der Druckvorstufe ein Schwarz, welches Anteile von Cyan und/oder Magenta und/oder Gelb beinhaltet. Denn 100 % reines Schwarz wirkt gedruckt eher wie ein dunkles Grau und daher versucht man, mithilfe der anderen Grundfarben, das Schwarz satter zu machen.

Vergleich
Im Prinzip reicht es schon aus 50 % Cyan hinzuzugeben, um ein sattes Schwarz zu erhalten. Das Problem dabei ist aber, dass dadurch ein kühles, blaustichiges Schwarz entsteht. Dem kann man entgegenwirken indem man auch noch Magenta oder Gelb hinzufügt. Es gibt verschiedene »Standard-Kombinationen«, die sich im Offsetdruck etabliert haben, um ein neutrales Tiefschwarz zu erzielen – zum Beispiel 60/40/40/100. Mit einer Google-Suche wird man hier schnell fündig. Ich möchte hier jedoch zeigen, wie man das »Problem« mit Colormanagement bzw. der Farbmetrik löst.Weiterlesen ...
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Was sind Photoshop-Raw-Dokumente? Und wofür braucht man sie?

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Bei Photoshop-Raw-Dokumenten, also Dateien mit der Endung .raw, handelt es sich um Dokumente, die keinen Header (also nur Bilddaten) enthalten. Photoshop fragt daher beim Öffnen solcher Dateien auch genau nach den Bestandteilen, die normalerweise im Header gespeichert werden. Also beispielsweise nach der Anzahl der Kanäle, der Bittiefe und so weiter. Im Grunde bestehen Photoshop-Raw-Dateien nur aus Byte-Folgen, die die Farbinformationen des Bildes beinhalten.

Entwickelt hat Adobe diese Möglichkeit, damit auch undokumentierte (nicht unterstützte) Formate geöffnet werden können. Benutzt werden diese Dateien jedoch nur im medizinischen und technischen Bereich. In der Druckvorstufe haben sie – bis auf ein paar Ausnahmen, aber dazu später mehr – nichts zu suchen. Sie dürfen also auf keinem Fall mit Camera-Raw-Dateien (den Raw-Dateien von Digitalkameras) verwechselt werden.Weiterlesen ...
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Gamma und Gammakorrekturen verstehen

Der Begriff »Gamma« ist sehr vielschichtig und lässt sich kaum eindeutig definieren, da er in diversen Disziplinen unterschiedlich benutzt wird. Dieser Artikel handelt ausschließlich von Gamma als Korrekturfunktion in der digitalen Bildbearbeitung und dessen historischen Hintergrund.

In der Bildbearbeitung definiert das Gamma das Verhältnis zwischen dem numerischen Wert eines Pixels und dessen tatsächlicher Leuchtdichte. Mathematisch gesehen sprechen wir beim Gamma von einer Potenzfunktion, deren Exponent eben Gamma genannt wird.

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Wieso brauchen wir das Gamma?
Dafür gibt es einen historischen Grund, und dieser kommt aus der Fernsehtechnik. Bereits in den 40er-Jahren wurden zum Fernsehen Röhrenmonitore benutzt. Bei diesen »Cathode Ray Tube«- oder kurz CRT-Monitoren ist das Verhältnis zwischen der Eingangsspannung und der tatsächlich am Monitor resultierenden Leuchtdichte nicht linear. So erzeugt die Hälfte der maximalen Eingangsspannung am Monitor nicht 50%, sondern nur etwa 18% der maximal möglichen Leuchtdichte. Schuld daran ist die Arbeitsweise der Elektronenkanonen, die in den Röhrenmonitoren verbaut wurden. Weiterlesen ...
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ICC-Profil aus einer Bilddatei entnehmen

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Will man ein ICC-Profil aus einer Bilddatei entnehmen, lässt sich das unter Mac OS X mit Bordmitteln erledigen. Im Ordner Library > Scripts > ColorSync befindet sich ein kleines Tool, welches genau diese Aufgabe erfüllt. Weiterlesen ...
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Illustrator stürzt beim Öffnen eines Dokumentes ab

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Dieses Problem tritt zwar nur selten auf, eine mögliche Ursache und dessen Lösung möchte ich hier aber kurz erläutern.

Unter Umständen sind für den Absturz nicht vorhandene Schriften, die aber im Dokument verwendet werden, verantwortlich. Unter welchen Umständen es dann letztlich zu einem Absturz kommt, ist mir nicht bekannt. Die Lösung ist jedenfalls naheliegend: Man aktiviert/installiert zuvor die fehlenden Schriften. Doch wie findet man heraus um welche es sich handelt, wenn sich das Dokument nicht öffnen lässt? Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:Weiterlesen ...
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Illustrator Tipps, Tricks und Geekfacts #1

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1. Farbfelder ersetzen

InDesign bietet die praktische Funktion »Farbfelder ersetzen«. In Illustrator ist diese Funktion nicht ganz so intuitiv aber ebenso möglich: Man markiert das gewünschte Farbfeld, danach das zu ersetzende Farbfeld und wählt anschließend über das Bedienfeldmenü »Farbfelder zusammenfügen«. Wichtig ist dabei nur die Reihenfolge: Zuerst die neue, dann die alte Farbe markieren. Dieser Trick funktioniert sowohl mit Buchfarben (Pantone, HKS etc.) als auch mit globalen Prozessfarben.

2. Illustrator-Voreinstellungen editieren

Voreinstellungen lassen sich nicht nur im dafür vorgesehenen Voreinstellungsmenü konfigurieren. In der »Adobe Illustrator Prefs«-Datei lassen sich weitaus mehr Einstellungen vornehmen. Editieren kann man die Datei beispielsweise mit TextWrangler. Zu finden ist sie unter Benutzer > Library > Preferences > Adobe Illustrator Settings > de_DE > Adobe Illustrator Prefs

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Sinnvoll ist das Editieren der Voreinstellungsdatei dann, wenn man Einstellungen über die Benutzeroberfläche nicht editieren kann. Zur Sicherheit lohnt es sich aber, vor dem manuellen Eingriff eine Sicherheitskopie der Datei anzulegen.Weiterlesen ...
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TIFF-Speicheroptionen in Photoshop

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Nachdem ich vor einiger Zeit schon über die JPEG-Speicheroptionen geschrieben habe, möchte ich heute die TIFF-Speicheroptionen erklären. Unter anderem gehen wir der Frage nach, welche Komprimierungsart wann benutzt werden sollte und ob ein Mac-User auch ein IBM-PC-TIFF öffnen kann?

Beim Speichern eines TIFFs begegnet uns zunächst dieses Dialogfenster:

TIFF Speicheroptionen bei 8- oder 16-Bit-Bilder

Was steckt hinter diesen Einstellungen?

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