Pantone Color Manager: Bug beim Speichern von ACB-Dateien

Wer seine Pantone-Farbbibliotheken aktuell halten will, weiß, dass man dafür den Pantone Color Manager bemühen muss. Dieser erlaubt es die Farbfächer in ACB-Dateien (Adobe Color Book) zu speichern, sodass man die Adobe-Programme damit versorgen kann.
Das ganze kann auf zwei unterschiedliche Arten geschehen. Entweder man exportiert den Farbfächer über Datei > Export > [Programm] > Lab, dann speichert der PCM die ACB-Datei automatisch in den dafür vorgesehenen Ordner. Oder man speichert die ACB-Datei über Datei > Speichern unter an einem beliebigen Ort und legt sie dann manuell im entsprechenden Ordner ab.

Das Problem
Beim Speichern von den Farbfächern »FORMULA GUIDE Solid Coated v3«, »FORMULA GUIDE Solid Uncoated v3«, »Color Bridge Coated« und »Color Bridge Uncoated« kommt es zu einem Fehler. Denn wenn man die so erzeugten Dateien schließlich in Photoshop oder einem anderen Programm lädt, fehlen etliche Farben. Der Grund dafür ist, dass diese Farbfächer PCM-intern dreigeteilt sind. Das ist auch daran zu erkennen, dass in der Liste »Farbräume« Lab und sRGB jeweils drei Mal auftauchen:

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Bei anderen Fächern kann man korrekterweise bloß einmal zwischen Lab oder sRGB wählen.

Wählt man nun den ersten Lab-Farbraum aus und speichert diese Datei, befinden sich um ganze 402 Farben zu wenig in der ACB-Datei. Speichert man die ACB-Datei hingegen mit dem zweiten Lab-Farbraum, erhält die Datei nur 66 Farben. Macht man das ganze nochmal mit dem dritten Lab-Farbraum, erhält man 336 Farben. Zählt man all diese Farben zusammen, erhält man 1846 Farben. So soll es sein – allerdings nicht aufgeteilt auf drei Bibliotheken …

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Das Problem tritt meines Erachtens nur bei den oben genannten Farbfächern auf und auch nur dann wenn Lab gewählt wird. Entscheidet man sich für sRGB, ist es egal, ob man das erste, zweite oder dritte sRGB in der Liste wählt. Alle damit gespeicherten ACB-Dateien enthalten immer alle 1846 Farben.

Die Lösung
Grundsätzlich ist es ratsam einfach die Export-Funktion zu verwenden, da das Problem dort nicht auftritt und man gegenüber der Speicher-Variante keine Nachteile hat.

Mittels Export funktioniert auch die alphanumerische Suche in den Adobe-Programmen besser. Denn in den exportierten ACB-Dateien, ist dann auch der Präfix korrekt gesetzt. (Hier habe ich über das Problem bei der Suche von Pantone-Farben schon einmal geschrieben.)

Der Artikel bezieht sich auf die Version 2.2.0 des Pantone Color Managers.

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Pantone: Allgemeines – Teil 2

Ich habe vor ein paar Jahren schon einmal Infos rund um das Thema Pantone zusammengetragen. Ziel war es damals, diverse Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Da das Thema aber nach wie vor Spielraum für Verwirrung bietet, möchte ich hier noch ein paar Infos nachlegen:

1. Metallics vs. Premium Metallics
Der Unterschied zwischen den beiden Metallic-Farbsystemen liegt in deren Beschaffenheit selbst. Bei den Premium-Metallic-Farben wird ein sogenanntes »none leafing« Silber eingesetzt. Bei so einem Silber schwimmen die kleinen Metallic-Partikel nicht bloß an der Oberfläche des Farbfilms, sondern tiefer und gleichmäßiger verteilt. Das sorgt für ein gleichmäßigeres Ergebnis und eine größere Brillanz. Und nebenbei hat es auch den Vorteil, dass die Premium Metallics ihren Glanz nach der Veredelung durch einen Lack oder eine Cellophanierung nicht so stark verlieren wie die normalen Metallic-Farben.

2. Pantone Transparent White vs. Pantone Extender
Das Pantone Transparent White ist im Prinzip nichts anderes als eine normale Pantone-Farbe, jedoch ohne dem eigentlichen Farbmittel. Es enthält also dieselben Bindemittel, Lösemittel etc. jedoch keine Farbpigmente. Es wird vor allem in den Formula Guides benutzt und sorgt im Wesentlichen dafür, dass die Farbe gestreckt wird (weniger Farbpigmente auf gleicher Fläche). Der Pantone-Extender ist eigentlich auch nichts anderes, enthält aber laut Pantone Komponenten, die ein Vergilben verhindern. Der Pantone-Extender wird in den Pastell Guides benutzt, um die Stärke der Pastellfarben zu reduzieren.

3. Stärke (Solidity) von Pantone-Farben in Photoshop
Photoshop bietet die Möglichkeit, die Opazität eines Volltonkanals einzustellen:

solidity
Hier »Stärke« und im Englischen »Solidity« genannt.

Diese Einstellung hat zwar lediglich auf die Darstellung am Monitor Einfluss, sorgt aber selbstverständlich dafür, dass das später gedruckte Endergebnis schon vorab realistisch abgebildet wird. Denn während Prozessfarben durchwegs lasierend sind, sind Volltonfarben das in unterschiedlichen Ausprägungen. Das Problem ist nur, dass weder Pantone noch Adobe Angaben dazu machen, welche Einstellung für welche Farbe passend ist. Man kann sich jedoch grob an folgende Richtlinien halten:

  • 0% für Prozessfarben
  • 5 bis 30% für Volltonfarben mit Extender
  • 80 bis 100% für weißen Unterdruck und opake oder Metallic-Farben

4. Verbindlichkeit
Schon im ersten Teil dieses Artikels habe ich geschrieben, dass Pantone-Farben nicht den Anspruch auf eine immer und überall verbindliche Farbreferenz erheben. Dennoch denken viele Designer und Berater, dass Pantone-Farben eben genau das tun: immer und überall gleich aussehen. Welchen starken Toleranzen das System jedoch ausgesetzt ist, sieht man schon, wenn man verschiedene Fächer miteinander vergleicht. Hier ein Beispiel:

pantone-difference

Der Farbunterschied der beiden Fächer, also das Delta E beträgt 4,2. Wikipedia interpretiert diese Zahl sehr treffend als »wesentlicher Farbunterschied, der selten toleriert wird«.

Daher bei der Anwendung von Pantone-Farben darauf achten, dass es sich hierbei um eine Kommunikationgrundlage für Farben handelt, jedoch nicht um ein Tool, welches immer und überall die selben Farben erzeugt.

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Pantone Plus Series: Fehler bei der alphanumerischen Suche nach Farben in den Adobe-Programmen

Die digitalen Pantone-Bibliotheken sind derzeit von zwei lästigen Fehlern befallen.
Gehen wir sie kurz durch:

Fehler 1: Die alphanumerische Suche funktioniert nicht.
Hier muss ich etwas ausholen: Die Pantone-Bibliotheken bzw. die zugrundeliegenden acb-Dateien (Adobe Color Book) sind so aufgebaut, dass es einen Prefix, einen Postfix und einen variablen Teil gibt.

Bildschirmfoto 2015-05-28 um 10.54.20

In InDesign sieht man das ganz gut: »PANTONE « ist der Prefix, im Falle von Solid Coated ist » C« der Postfix. Die Nummer »566« ist der variable Teil, also der Teil, der vom User parametriert wird.

In den von Adobe ausgelieferten Bibliotheken ist das auch in der Dateistruktur so erkennbar:Weiterlesen ...
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Pantone vs. Prozessfaben

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Um eine etwas bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie viele Pantone-Farben mit Prozessfarben reproduzierbar sind, habe ich diese (mittels ColorThink) den Gamuts von ISO Coated v2 und PSO Uncoated ISO12647 gegenüber gestellt.
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Pantone: Allgemeines

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Da das Thema Pantone in der Praxis immer wieder für Verwirrung sorgt, habe ich noch ein paar allgemeine Infos zusammengetragen:

1. Coated vs. Uncoated
Pantone bietet für die Solid-Farben zwei verschiedene Fächer: »Coated« für gestrichenes Papier und »Uncoated« für ungestrichenes Papier. Gedruckt wird aber immer mit der gleichen Rezeptur. Es handelt sich bei U- und C-Farben also immer um nur eine Farbe. Die Fächer sind bloß dazu da, den Unterschied auf den verschiedenen Papieren zu zeigen. In der Anmutung unterscheiden sich die Farben daher oft deutlich. Das ist einer der Hauptunterschiede zu HKS-Fächern, die einen anderen Ansatz verfolgen: Ein HKS-K-Fächer wird mit anderen Farben gedruckt als ein HKS-N-Fächer. Dabei sind die Farben so gemischt, dass zwischen den beiden Papiersorten eine minimale optische Differenz entsteht.

Ich kann das zwar selbst nicht bestätigen, es soll aber auch (Farb-)Lieferanten geben, die dennoch unterschiedliche Farbrezepte für Uncoated und Coated verwenden.
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Pantone Plus Series: LAB-Farbdefinitionen und deren Auswirkungen

Der letzte Blogeintrag handelte von den aktuellen Farbfächern und den digitalen Bibliotheken der »Pantone Plus Series«. Heute möchte ich auf eine weitere Änderung eingehen, die mit der Plus-Serie eingeführt wurde: die ausschließliche Nutzung von LAB-Farbdefinitionen.

LAB vs. CMYK-Definition

Kurz zu den Basics:


Sonderfarben besitzen Farbdefinitionen in einem »Alternate Color Space«. Diese Definitionen sind dafür zuständig, dass die Farben auf Geräten, die mit Sonderfarben nichts anfangen können (beispielsweise Monitore oder Officedrucker), angezeigt bzw. ausgegeben werden können. Dabei kann es sich sowohl um RGB-, CMYK-, oder auch LAB-Definitionen handeln. Vor der Plus-Serie enthielten die Pantone-Bibliotheken sowohl CMYK- als auch LAB-Definitionen (siehe aber Ausnahmen weiter unten). Seit der Umstellung auf die Plus-Serie (welche zum ersten Mal mit CS6 ausgeliefert wurde) werden nur noch LAB-Definitionen mitgeliefert. Auf welche Farbdefinition gerade zurückgegriffen wird, kann man in Illustrator und InDesign an den kleinen Icons erkennen:

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Pantone Plus Series: Ein Überblick über Farbfächer und Adobe-Integration

Pantone Fächer
In den letzten Jahren hat sich viel im Hause Pantone getan. Produkte wurden umbenannt, erweitert und aufgelassen. Jedoch wurden all diese Neuerungen schlecht kommuniziert, was zu viel Ärger und Verwirrung bei den Kunden führte. Dieser Artikel soll dabei helfen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen – sowohl bei der Auswahl der Fächer als auch bei der Integration dieser in die Adobe-Programme.

Zunächst werfen wir einen Blick auf die Farbfächer (bzw. Chips) von Pantone. Also auf die gedruckten Produkte.Weiterlesen ...
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